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12.05.2017

„Tag der Lebensmittelverschwendung“

Der 1. Mai ist der internationale „Tag der Arbeit“. Wahrscheinlich haben Sie ihn wie die meisten von uns mit Freizeit verbracht – vielleicht mit einem Ausflug oder einer Wanderung, haben ein Picknick gemacht oder sind in einem Gasthof eingekehrt oder haben daheim gegrillt, entspannt und gut gegessen. Bestimmt war etwas übrig. Und dann?- Jetzt kommen wir zum 2. Mai. Den hat die internationale Natur- und Umweltorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) als „Tag der Lebensmittelverschwendung“ deklariert. Darüber mag man denken, wie man will, und auch die zu Grunde gelegten Berechnungen in Frage stellen. Aber ein Anlass zum Nachdenken ist das allemal. Denn: „Nach Berechnungen des WWF markiert der 2. Mai den Tag, ab dem produzierte Lebensmittel auf unseren Tellern anstatt in der Tonne landen. Der WWF hat den 2. Mai daher symbolisch zum „Tag der Lebensmittelverschwendung“ erklärt“, teilt das Umweltbundesamt (UBA) mit und gibt zugleich Tipps, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden. (Wir beziehen uns auf die Internetseite: http://www.umweltbundesamt.de/themen/ab-2-mai-landen-lebensmittel-auf-dem-teller-nicht, abgerufen am 11. Mai 2017).

In diesem Zusammenhang wird nicht auf den Hunger in Somalia verweisen und auf moralisierende Bedenken verzichtet, sondern sachlich argumentiert. Die Tatsache, dass rund ein Drittel der Nahrung weltweit weggeworfen werde, verursache Emissionen von Treibhausgasen in Höhe von mehr als drei Gigatonnen, schreibt das UBA. Angenommen, das wäre der Befund für ein Land, hätten wir es mit dem drittgrößten Emittenten von Treibhausgasen nach den USA und China zu tun. Dazu kommt, dass für jedes Nahrungsmittel Ackerflächen und Wasserressourcen im In- und Ausland nötig sind, Energie bei Herstellung und Transport sowie Dünge- und Pflanzenschutzmittel, die die Umwelt belasten, verwendet werden.

Das UBA wird konkret: „Die Deutschen konsumieren jedes Jahr pro Kopf 456 Kilogramm Lebensmittel. Diese Menge verbraucht bei der Erzeugung etwa so viel Fläche wie ein Drittel Fußballplatz, rund 84 Badewannen Wasser sowie Treibhausgasemissionen, die einem Flug von Frankfurt nach New York und zurück entsprechen. Außerdem wird Energie bei Weiterverarbeitung und Transport benötigt und insgesamt jedes Jahr rund 46.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel, rund 5,3 Millionen Tonnen Mineraldünger und rund 220 Millionen Tonnen Wirtschaftsdünger verwendet. Gut 81 Kilogramm dieser Lebensmittel werden pro Kopf zu Abfall. Das sind immerhin knapp 20 Prozent und entsprechen zwei vollen Einkaufswagen – Lebensmittel im Wert von rund 230 Euro.“

Zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen wird vorgeschlagen: Probieren vor wegwerfen! Auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum müssen Lebensmittel nicht automatisch in den Abfall, bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie frischem Fisch oder Geflügel sollten Sie das Verbrauchsdatum aber auf keinen Fall überschreiten. Wer kreativ ist, bereitet aus Resten leckere Gerichte zu, wobei die Betonung ja gar nicht auf „Resten“ liegen muss! Auf jeden Fall empfiehlt es sich, geplant und nicht zu viel einzukaufen, die Vorräte zu checken und Doppeleinkäufe zu vermeiden. Dazu kommt die richtige Lagerung in den unterschiedlichen Kältezonen des Kühlschranks. Lebensmittel in getrennten Gefäßen aufzubewahren, verlängert die Lebensdauer. Und Sie sollten Sie sich – unabhängig von EU-Regelungen und den Gepflogenheiten des Handels - klarmachen, dass rein optische Gesichtspunkte nichts über die wirkliche Güte eines Apfels, einer Tomate, einer Gurke oder eine Banane aussagen.

Das UBA vermerkt zum Schluss: „Auch das gehört zum umweltfreundlichen Lebensmitteleinkauf: Ware aus der Region – mit kurzen Transportwegen und saisonal produziert – hat meist eine deutlich bessere Ökobilanz als Ware aus Übersee. Auch pflanzliche Nahrungsmittel entlasten die Umwelt: Die Produktion tierischer Produkte, v. a. Fleisch, bringt hohe Umweltbelastungen mit sich – durch Ressourcen- und Flächenverbrauch, aber auch Nitratbelastung von Böden und Gewässern und hohe Treibhausgasemissionen. Pflanzliche Produkte schneiden hier deutlich besser ab.“ 

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