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Bäume lassen Städte und Dörfer atmen

Sie haben es sicherlich erfahren: Peter Lustig ist dieser Tage verstorben. Viele Kindern und Eltern ist er mit der Fernsehserie "Löwenzahn" ein Wegbegleiter gewesen. Er konnte ökologische Zusammenhänge einfach erklären. Anlässlich seines Todes hat das ZDF einige "Löwenzahn"- Folgen wiederholt. In einer davon nennt Peter Lustig einen Baum "Paul Linde" und erreicht, dass dieser Lindenbaum nicht gefällt wird. Bis dahin erfahren die jungen und alten Zuschauer viel über die Bedeutung von Bäumen in der Stadt.

Im jetzt beginnenden Frühling machen Sie sich ja vielleicht auch gerade Gedanken um die Neugestaltung Ihres Gartens, und vielleicht haben Sie auch vor, einen Baum zu entfernen, aus welchen Gründen auch immer. Wir wollen Ihnen das auch gar nicht einfach ausreden, sondern Sie dazu ermuntern, in Ihre Überlegungen ein paar Aspekte mit einfließen zu lassen, an die Sie bisher vielleicht nicht gedacht haben. Es ist nämlich tatsächlich so, dass Bäume nicht nur schmückendes Beiwerk sind, bis man sie nicht mehr haben will, sondern ihnen auch eine wichtige Funktion für das Kleinklima in der Stadt und auch in nicht so dicht besiedelten Dörfern zukommt. Leider ist zu beobachten, dass viele Bäume aus den Innenbereichen und den Gärten verschwinden. Zugleich belegen viele Untersuchungen, dass die Feinstaubbelastung in den Innenbereichen und an viel befahrenen Straßen zunimmt, wodurch nachweislich unter anderem Krebserkrankungen hervorgerufen werden können. In Zeiten, in denen immer mehr Zeitgenossen über die Auswirkungen des globalen Klimawandels informiert sind und sich mit Auswirkungen von Inhaltsstoffen in Lebensmitteln genau auskennen, kann es nur verwundern, wenn Bäume in unseren Orten verschwinden, ohne dass man sich darüber gründliche Gedanken macht. Denn es sind durchaus mehrere Gesichtspunkte zu beachten.

Die Internetenzyklopädie Wikipedia erwähnt unter dem Stichwort "Stadtbaum" (wikipedia.org/wiki/Stadtbaum, abgerufen am 28.02.2016) unter anderem, dass Bäume für günstige Lebensbedingungen in der Stadt sprechen. Allerdings gebe es einen Interessenkonflikt zwischen der Nützlichkeit der Stadtbäume als Luftfilter, Lärmschutz, Sauerstoffproduzenten und Imagefaktor gegenüber praktischen Erfordernissen (Stadtplanung, Licht, Sicht, Sicherheit etc.). Für Bäume im Straßenraum wachse jedoch die Sensibilität von Öffentlichkeit, Politik und stadtplanerischer Fachwelt, insbesondere wegen der Feinstoffrichtlinien der EU. Neue Studien hätten belegt, dass Bäume effizient zur Reduzierung der Feinstoffmenge beitragen. Hinzu komme eine wachsende Vorliebe von Wohnungssuchenden für Grün in unmittelbarer Nähe der Wohnung. Bäume seien somit wertsteigernde Faktoren auf dem Wohnungsmarkt.

Wer sich näher informieren will, findet im Internet unter www.galk.de eine ganze Reihe von Informationen über die Bedeutung von Bäumen in Wohnlagen. Das ist die Seite des Vereins "Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz", eines Zusammenschlusses der kommunalen Grünflächenverwaltungen, die den Deutschen Städtetag (DST) über die Fachkommission Stadtgrün in seinen Aufgaben unterstützt. Diese Seite ist übrigens vom saarländischen Landesamt für Umweltschutz empfohlen worden.

Wenn Sie wollen, können Sie die Anregung zum Nachdenken über Bäume auch als Übung in der Fastenzeit auffassen, gerne auch als eingängigen Ausspruch des Dichters Eugen Roth: "Zu fällen einen schönen Baum, braucht`s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenkt es, ein Jahrhundert!" Übrigens ist die Winter-Linde (siehe oben) der Baum des Jahres 2016. Linden sind (noch) die häufigsten Bäume Deutschlands und Mitteleuropas in Stadt und Landschaft.


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