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Auch die Toilette braucht ein wenig Sorgfalt

Zu den Dingen, die für uns so selbstverständlich sind, dass wir darüber kaum ein Wort verlieren, gehört das WC. Wirkliche Beachtung schenken wir ihm nur dann, wenn wir es vermissen. Umso größer ist dann die Erleichterung, wenn endlich eine Toilette gefunden wird. Wir können es uns kaum vorstellen, was es bedeutet, in Ländern zu leben, wo Toiletten purer Luxus sind. Längst ist der Zusammenhang einer nicht vorhandenen oder nicht funktionierenden Kanalisation und fehlender Hygieneeinrichtungen mit dem Auftreten von Krankheiten bekannt. Schließlich wird in den Berichten der Vereinten Nationen immer wieder betont, dass zur Erfüllung des Menschenrechts auf sauberes Trinkwasser auch das Vorhandensein von Toiletten gehört.

Für unsere Breiten ist dies scheinbar kein Thema. Zwar scheinen sich alle einig zu sein, dass für das eigene Wohlbefinden und zugleich für den Umgang mit anderen Menschen Hygiene und Körperpflege selbstverständlich sind. Allerdings irritiert es doch, dass es offenbar notwendig ist, daran zu erinnern, dass man sich, wenn man vom Einkaufen oder von der Arbeit nach Hause kommt sowie nach jedem Toilettengang die Hände waschen sollte. Anscheinend ist das nicht ganz selbstverständlich, denn immer wenn z. B. eine Grippewelle durchs Land zieht, kommen derartige Ermahnungen in den Medien. Was wundert es, wenn schon der Umgang mit der eigenen Hygiene zu wünschen übrig lässt, dass auch der Umgang mit der Toilette im Sinne der sanitären Anlagen sorgfältiger sein sollte! Gerade jetzt im Sommer bei hohen Temperaturen und längeren Trockenzeiten besteht Anlass, darauf aufmerksam zu machen.

Das Thema ist nicht appetitlich. Aber oft sind die Menschen selbst schuld, wenn es richtig eklig wird. Das betrifft z. B. Ratten. Diese kommen immer mal wieder in Kanälen vor und werden auch bekämpft. Und dennoch spielt Ihr alltägliches Verhalten auch hierbei eine Rolle. Wenn Sie nämlich, aus Bequemlichkeit oder Furcht, bei warmem Wetter könnte Ungeziefer in die grüne Tonne kommen, Essensreste ins Klo geben, gelangen diese in die Kanalisation. Ein gefundenes Fressen für Ratten! Diese neigen außerdem dazu, den Wegen, wo die Nahrung herkam, zu folgen. Gerade in Zeiten, wenn es länger nicht geregnet hat, können sie auf diese Weise Ihrem Haus immer näher kommen. Deshalb: Werfen Sie keine Speisereste und Küchenabfälle in die Toilette, und säubern Sie auch grob das Geschirr, bevor sie es in die Spülmaschine räumen! Das gilt übrigens nicht nur für feste Essensreste, sondern auch für die Reste von Suppen und für einen schlecht gewordenen Pudding oder Joghurt. Dass Frittierfett und Speiseöle fürs WC tabu sind, wissen Sie ja. Diese begünstigen nicht nur die Bildung von Verstopfungen im Abwassersystem, sondern lassen sich auch nur mit großem Aufwand in unseren Kläranlagen behandeln.

Unachtsamkeit, Gedankenlosigkeit und Bequemlichkeit sind die schlimmsten Verursacher von Problemen im Abwassersystem. Zigarettenkippen, Katzenstreu, Vogelsand, Korken, Flaschenverschlüsse, Bierdeckel... dies alles gehört nicht ins Klo, ebenso wenig Textilien aller Art, Strumpfhosen, Socken, Lappen, Stoffreste. Haushaltstücher können mit ihren Kunststofffasern die Pumpen im Abwassernetz verstopfen. Der Kunststoff verharzt regelrecht und zerstört dann wichtige Dichtungen. Wenn so ein Pumpwerk ausfällt, gibt es Rückstaus im System. Dann kann das Abwasser unter besonders schlechten Umständen bzw. beim nächsten Starkregen nicht ordentlich abfließen und, wenn es besonders schlecht (ab)läuft, bis in Ihren Keller hinein gelangen. In solchen Fällen denkt dann natürlich niemand daran, dass das mit dem im Klo entsorgten Wischlappen zu tun haben könnte! Außerdem sind Windeln, Slipeinlagen, Tampons, Kondome, Mullbinden, Wundpflaster und sogar Kosmetiktücher fürs Abwasser tabu. Sogar Wattestäbchen und Zahnseide können erhebliche Probleme in den Kläranlagen verursachen, besonders, wenn sich daraus Pfropfen bilden. Dasselbe gilt auch für Haare! Haare aus dem Siphon der Dusche gehören in den Restmüll!


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