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Die Zahlen zeigen den Handlungsbedarf

Wenn das Essen besonders gut sein soll, weil zum Beispiel die ganze Familie oder Gäste daran teilnehmen, wird meistens – nicht nur im Saarland – „nicht zu knapp“ gekocht. Wenn also bei Ihnen etwas vom Ostermenü übrig geblieben ist, brauchen Sie sich deswegen keine Vorwürfe zu machen. Außerdem können von den Bratenresten und dem Gemüse, das zu viel war, noch feine Gerichte zubereitet werden. Verbunden mit Ostereiern und dem jetzt besonders zarten Schnittlauch ist daraus zum Beispiel schnell ein feiner Salat zubereitet. Solche Erfahrungen zeigen, dass unsere neulich empfohlenen Tipps gegen Lebensmittelverschwendung nicht aus der Luft gegriffen waren. Die Verwertung von Speiseresten gehörte ja auch dazu. Aber vermutlich ist der gute Rat, gar nicht erst zu viel einzukaufen, noch wertvoller. Vielleicht haben Sie das ja während der Fastenzeit ein bisschen geübt. Tatsächlich fehlt es jedem von uns ja vermutlich an nichts, wenn wir statt einem Viertel Wurst nur 80 oder 100 Gramm, statt drei Bratwürsten nur zwei und statt vier Kaffeestückchen nur zwei einkaufen usw.

Auf diese Weise könnten wir alle etwas für die Figur und die Blutfettwerte tun und darüber hinaus Geld sparen. Und: Für Lebensmittel, die nicht gekauft und nicht verbraucht, vor allem aber nicht weggeworfen werden, braucht keine Energie eingesetzt zu werden, deren Verbrauch ja bekanntlich auch mit schädlichen Folgen fürs Klima verbunden ist. Das kann mit Zahlen belegt werden. Dazu schreibt das Umweltbundesamt (https://www.umweltbundesamt.de/themen/wider-die-verschwendung): „Weltweit geht jährlich etwa ein Drittel der Lebensmittel auf dem Weg vom Feld bis zum Teller verloren, während gleichzeitig etwa 800 Millionen Menschen unter Hunger leiden. Und: Die Verschwendung belastet die Umwelt. Jährlich entstehen dadurch mehr als 38 Millionen Tonnen Treibhausgase, gut 43.000 Quadratkilometer landwirtschaftlicher Fläche werden genutzt sowie 216 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht. Für jedes Nahrungsmittel verbrauchen wir zudem Energie bei Herstellung und Transport und verwenden Pflanzenschutzmittel, Mineral- und Wirtschaftsdünger, die die Umwelt belasten.“

Das Ganze Problem wird in kleinerem Maßstab, nämlich in Bezug auf unsere alltägliche Lebenswelt noch deutlicher: „Obwohl niemand gerne Essen verschwendet, wird in deutschen Haushalten jedes achte Lebensmittel weggeworfen. So landen in den Mülltonnen der Privathaushalte 6,7 Millionen Tonnen. Pro Person sind das zwei vollgepackte Einkaufswagen mit einem Warenwert von 234 Euro: etwa 82 Kilogramm. Im Außer-Haus-Verzehr entstehen ca. 1,9 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle, im Handel ca. 550.000 Tonnen, in der Industrie 1,85 Millionen Tonnen. Verluste in der Landwirtschaft sind dabei noch nicht berücksichtigt.“ (zitiert nach der oben angegebenen Quelle)

Also sollten Sie sich Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen überlegen und zur guten Gewohnheit machen. In diesem Bemühen sind sie keineswegs allein. Laut Bundesumweltamt gehört die Vermeidung von Lebensmittelabfällen zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Bis 2030 sollen diese um die Hälfte verringert werden. Dazu kommt ein interessanter Aspekt: Entschärfung der Handelsnormen zu Aussehen und Form von Obst und Gemüse. Dazu stellt das Bundesamt jedoch (im genannten Artikel) fest: „Paradebeispiel ist die krumme Gurke. Seit der Abschaffung der Handelsnormen für 26 Produkte (darunter auch Gurken) im Jahr 2009 sollte diese eigentlich im Supermarktregal zu finden sein. Dennoch sucht man sie vergeblich, denn der Handel hat hier eigene Normen definiert, was es für Landwirte häufig noch schwieriger macht, nicht der Norm entsprechendes Obst und Gemüse zu vermarkten. Dabei sagen rein optische Gesichtspunkte nichts über die wirkliche Güte eines Apfels oder einer Tomate aus.“ Dass es hier um Kundenwünsche, also unsere Erwartungen geht, dürfte klar sein.



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