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Seien Sie auch für unangenehme Dinge „achtsam“!

Von den nicht so schönen Dingen wird nicht so gern gesprochen. Das ist normal. Wenn heutzutage gerne von „Achtsamkeit“ gesprochen wird, denkt kaum noch einer an den fernöstliche religiös-philosophischen Hintergrund dieser Haltung, aber schon gar nicht daran, dass Achtsamkeit gerade im Hinblick auf die unschönen oder eher unangenehmen Dinge im Leben hilfreich sein kann. Achtsam soll man ja gerade für die kleinen Dinge im Leben sein, deren Schönheit gerne übersehen wird. Aber – um es gleich drastisch zu machen: Es geht auch um die unschönen Dingen, die uns im Alltag buchstäblich befallen können, beispielsweise Ratten. Gerade dann, wenn rund ums Haus Renovierungen getätigt werden, insbesondere am Kanal oder den hauseigenen Abwasserleitungen. Dann können Ratten aus den Kanälen kommen. Solche Fälle gibt es immer mal wieder. Und dann ist das Entsetzen groß.

Wirklich schockierend sind jedoch Berichte, wonach Ratten bis in bewohnte Häuser kommen können. Keine Panik! Normalerweise kann das nicht passieren. Aber Ratten leben nun einmal in unseren Kanälen und werden dort auch bekämpft, vor allem, wenn sie sich stark vermehren. Dennoch ist dies kein bloßes Naturereignis. Wir alle spielen bei diesem Geschehen eine wichtige Rolle. Wenn Sie nämlich aus Bequemlichkeit oder Furcht, es könnte Ungeziefer in die grüne Tonne kommen, Essensreste ins Klo geben, gelangen diese in die Kanalisation. Das ist buchstäblich ein gefundenes Fressen für Ratten. Und diese neigen dazu, den Wegen, wo die Nahrung herkam, zu folgen. Gerade in Zeiten, wenn es länger nicht geregnet hat, können sie auf diese Weise Ihrem Haus immer näher kommen. Und wenn dann Arbeiten am Kanal getätigt werden, orientieren sich die Raten neu und kommen uns näher.

Also, werfen Sie keine Speisereste und Küchenabfälle in die Toilette, und säubern Sie auch grob das Geschirr, bevor sie es in die Spülmaschine räumen! Das gilt übrigens nicht nur für feste Essensreste, sondern auch für die Reste von Suppen und für einen verdorbenen Pudding oder Joghurt. Dass Frittierfett und Speiseöle fürs WC tabu sind, wissen Sie ja. Diese begünstigen nicht nur die Bildung von Verstopfungen im Abwassersystem, sondern lassen sich auch nur mit großem Aufwand in unseren Kläranlagen behandeln. Noch etwas kommt hinzu: Wenn Ratten erst einmal die Kanäle verlassen haben, siedeln sie sich besonders gern da an, wo es was zu fressen gibt. Das sind oft Komposthaufen oder Komposttonnen. Wenn Sie Essensreste, insbesondere gekochte Überbleibsel vom Tisch deponieren, laufen Sie Gefahr, Ratten und anderes unliebsames Getier anzuziehen.

Wie so oft sind Unachtsamkeit, Gedankenlosigkeit und Bequemlichkeit die schlimmsten Verursacher von Problemen. Das gilt auch für unser Abwassersystem. Mal eben die Zigarettenkippe ins Klo geworfen oder die Katzenstreu und den Vogelsand hineingekippt... Nein, bitte nicht! Auch Korken, Flaschenverschlüsse, Bierdeckel gehören nichts ins Klo. Ebenso wenig Textilien aller Art, Strumpfhosen, Socken, Lappen, Stoffreste. Doch auch „Kleinvieh macht Mist“!

Haushaltstücher zum Beispiel können mit ihren langen Kunststofffasern die Pumpen im Abwassernetz verstopfen. Und der Kunststoff verharzt regelrecht und zerstört dann wichtige Dichtungen. Das kann schnell gehen. Wenn ein Pumpwerk ausfällt, gibt es Rückstaus im System. Dann kann das Abwasser unter besonders schlechten Umständen bzw. beim nächsten Starkregen nicht ordentlich abfließen und, wenn es besonders schlecht (ab)läuft, bis in Ihren Keller hinein gelangen. In solchen Fällen denkt dann natürlich niemand daran, dass das mit dem im Klo entsorgten Wischlappen zu tun haben könnte! Windeln, Slipeinlagen, Tampons, Kondome, aber auch Mullbinden, Wundpflaster und sogar Kosmetiktücher sind fürs Abwasser tabu. Sie verursachen einen hohen Reinigungsaufwand in den Kläranlagen. Selbst Wattestäbchen und Zahnseide können Probleme machen. Dasselbe gilt auch für Haare! Wenn Sie also beim nächsten Mal die Haare aus dem Siphon in der Dusche entfernen, werfen Sie diese genauso wie die genannten Hygieneartikel in den Restmüll!



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