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Zu viel Feinstaub durch Heizen mit Holz?

In der letzten Zeit hat sich das Umweltbundesamt (UBA) des Öfteren zu Wort gemeldet. Nicht nur die Fahrer von Dieselautos und die Freunde von Silvesterfeuerwerken sind darüber nicht gerade erfreut. Aber immerhin handelt es sich um die zentrale Umweltbehörde der Bundesrepublik. Sein Wort hat Gewicht. Kurz vor Weihnachten hat das UBA einen Artikel über „Feinstaub aus Holzfeuerungen“ veröffentlicht. Bitte zucken Sie nicht zusammen und lesen Sie weiter! Wir fassen den Artikel (https://www.umweltbundesamt.de/themen/feinstaub-aus-holzfeuerungen, aufgerufen am 8. Januar 2019) im Folgenden zusammen.

Bereits am Anfang wird erklärt: „Während der Heizperiode stellen Holzheizungen in Privathaushalten eine wesentliche Quelle von Feinstaub dar. In Gegenden, in denen viel mit Holz geheizt wird, kann es besonders bei austauscharmen Wetterlagen zwar vorübergehend zu hohen Feinstaubbelastungen kommen. Allerdings gibt es derzeit keine Hinweise, dass deshalb dort die Feinstaubgrenzwerte in der Außenluft überschritten werden.“ Gleichwohl stelle die Feinstaubbelastung aus Holzfeuerungen im Hinblick auf die Gesundheit „ein nicht zu vernachlässigendes Problem“ dar. Unter anderem sei deswegen in Stuttgart der Betrieb von Komfortkaminen bei Feinstaub-Alarm verboten. Allerdings könne von Smogverhältnissen wie in Peking in Deutschland keine Rede sein.

Wovon ist die Rede? - In Deutschland gibt es rund 0,7 Millionen Heizkessel für feste Brennstoffe und etwa 11,7 Millionen so genannter Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kamine oder Kachelöfen, die vor allem mit Holz befeuert werden. 2016 betrug der Anteil dieser Holzfeuerungen 17 Prozent der deutschen PM2,5-Emissionen (das sind Staubpartikel mit einem Durchmesser kleiner als 2,5 µm) sowie 9 Prozent an den deutschen PM10-Emissionen (Partikel mit einem Durchmesser kleiner 10 µm). Holzfeuerungen setzten also hauptsächlich kleine Partikel frei: „Bezogen auf PM2,5, die kleinere Feinstaub-Komponente, liegen die Emissionen aus den Holzfeuerungen der Haushalte in der Größenordnung der Emissionen aus dem gesamten Straßenverkehr.“

Zwar seien in den letzten Jahren die Emissionen aus neuen Holzfeuerungen durch die 1. BImSchV (Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes; Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen) gesunken. Der positive Effekt werde aber insgesamt durch die gestiegene Nutzung der Holzfeuerungen ausgeglichen, so dass die Belastung durch Feinstaub aus Holzfeuerungen auf einem etwa gleichbleibend hohem Niveau sei. Wie gesagt: Wo viel mit Holz geheizt werde, könne es bei gewissen Wetterlagen zu hohen Feinstaubbelastungen kommen, allerdings zeigten die Messungen, dass die Grenzwerte in der Außenluft nicht überschritten würden. „Die höchsten Feinstaubkonzentrationen werden nach wie vor in Straßennähe gemessen, da die Emissionen der Fahrzeuge direkt in Bodennähe freigesetzt werden“, so das Umweltbundesamt.

Holzfeuerungen müssen ihre Abgase fachgerecht ableiten, deshalb gibt es Vorschriften zur Lage des Kamins und Beschaffenheit des Brennmaterials. „Werden diese nicht eingehalten, kann es zu höheren Feinstaubbelastungen in der Umgebungsluft kommen“, warnt das UBA und empfiehlt abschließend: „Für eine gute Atemluft sollten Komfortkamine, also Kamine, die für das Heizen einer Wohnung nicht zwingend erforderlich sind und nur der Behaglichkeit dienen, auf jeden Fall so wenig wie möglich genutzt werden.“

Die Broschüre „Heizen mit Holz“ (https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/heizen-holz), können Sie sich im Internet herunterladen. An dieser Stelle heißt es: „Richtig verwendet, ist Holz ein umweltgerechter Brennstoff. Mit gut aufbereitetem Holz aus Ihrer Region, einer modernen Feuerstätte und einer sachgerechten Handhabung können Sie dazu beitragen, dass Ihr Holzofen oder Holzkessel für behagliche Wärme sorgt und die Umwelt nicht allzu sehr belastet. Die Umwelt und Ihre Nachbarn werden es Ihnen danken!“ 


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