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EU-Parlament empfiehlt Leitungswasser

Plastik ist in vielen Bereichen ein Segen. Es wird aber auch immer mehr zum Fluch. Die Bilder vom Plastikmüll in den Ozeanen und die Meldungen über Plastikpartikel im menschlichen Körper können uns nicht kalt lassen. Wir wissen, dass Kunststoffe z. B. bei der Hygiene im Krankenhaus eine wichtige Rolle spielen, wir wissen auch, dass wir in vielen Bereichen im Alltag darauf verzichten könnten. In der Diskussion um das Verbot von Strohhalmen und Wattestäbchen ist eine andere Meldung in den Hintergrund getreten, die zeigt, dass Plastik auf EU-Ebene auch eine Rolle im Zusammenhang mit dem Trinkwasser spielt.

Dazu veröffentlichte am 23. Oktober die Online-Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ einen Artikel (https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-10/trinkwasser-eu-parlament-leitung-qualitaet-verbesserung-muell-plastik) mit der Überschrift: „Europäer sollen mehr Leitungswasser trinken“. Darunter steht: „Das EU-Parlament will die europäischen Bürger dazu bringen, weniger Wasser aus Flaschen zu trinken. Zudem verschärften die Abgeordneten die Schadstoffgrenzwerte.“ Das EU-Parlament habe sich dafür ausgesprochen, dass Europäerinnen und Europäer mehr Wasser aus der Leitung und weniger aus Plastikflaschen trinken sollten, um Müll zu vermeiden. Im EU-Parlament war auch ein Thema, was in Frankreich noch weitgehend gang und gäbe ist:  Kostenloses Leitungswasser in Restaurants. „Die Forderung von Linken und Grünen, die EU-Staaten zu diesen Maßnahmen zu verpflichten, scheiterte allerdings am Widerstand von Konservativen und Liberalen“, berichtet „Zeit online“.

Im Übrigen ist es um die Qualität des Trinkwassers in den EU-Ländern gut bestellt. Trotzdem – oder auch um den hohen Standard dauerhaft zu gewährleisten – sprachen sich die Abgeordneten für noch striktere Schadstoffgrenzwerte für das Leitungswasser in der EU aus. Dazu wird angemerkt: „In Deutschland und der EU ist die Qualität des Leitungswassers nach Angaben der EU-Kommission überwiegend sehr gut. In den Jahren 2011 bis 2013 überschritt nur Ungarn die Grenzwerte bestimmter Chemikalien etwas. Bei Mikroorganismen erreichten alle Mitgliedsländer weitgehend die Zielvorgaben.“ Andererseits gibt es anscheinend Anlass zur Sorge – auch im reichen Europa. „ Nach Angaben der europäischen Bürgerinitiative Right2Water hat jedoch eine Million Menschen in der EU keinen Zugang zu Trinkwasser, bis zu acht Millionen fehlt der Zugang zu sanitären Anlagen“, wird berichtet.

Es ist noch keineswegs alles in „trockenen Tüchern“ in punkto neuen EU-Regelungen fürs Trinkwasser. Der zitierte Artikel erwähnt: „Grenzwerte für Arzneimittel oder Mikroplastik im Trinkwasser sind nicht vorgesehen. Die EU-Kommission ist aber dazu aufgerufen, den Gehalt dieser Stoffe im Leitungswasser zu beobachten und zu einem späteren Zeitpunkt einen Bericht vorzulegen. Darin soll dann auch auf deren mögliche gesundheitsschädliche Wirkungen eingegangen werden.“ Der Weg durch die Institutionen der EU ist bekanntlich nicht immer einfach. Stand der Dinge ist: „Die EU-Kommission hatte im Februar Vorschläge zu einer Überarbeitung der 20 Jahre alten Trinkwasserrichtlinie vorgelegt. Mit der Abstimmung im Parlament legten sich die Abgeordneten auf eine gemeinsame Position bei den anstehenden Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten fest. Bisher einigte sich der Rat der EU-Staaten jedoch noch nicht auf eine Position. Das Parlament hofft auf einen Abschluss der Verhandlungen noch vor der Europawahl im Mai.“

Fest steht also noch nichts. Doch der Artikel macht klar, dass immerhin ein Zusammenhang zwischen Plastikmüll und Wassertrinken erkannt wird und dass mögliche Änderungen der Trinkwasserrichtlinie bereits auf einem hohen Qualitätsniveau anzusetzen hätten.


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