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Medikamente gehören nicht ins Klo oder den Abfluss

Das Schmuddelwetter zu dieser Jahreszeit begünstigt allerlei Infekte, von der Erkältung („Freck“, wie man im Saarland sagt) bis zur schlimmen Krankheit. Zugleich haben Medikamente Konjunktur, und bezeichnenderweise werden gerade in dieser Zeit auch viele Medikamente entsorgt. Das sind zum einen Mittel im Arzneischränkchen, die jetzt gebraucht würden, aber schon viel zu lange dort lagerten und nicht mehr verwendbar sind. Zum andern sind es angebrochene Medikamente, die nicht mehr eingenommen werden, wenn die Krankheitssymptome verschwunden sind. Deshalb erinnern wir heute an die Kampagne, die vor etwas mehr als zwei Jahren gestartet wurde, um die saarländische Bevölkerung dazu zu bringen, verantwortungsvoll mit Arzneimitteln umzugehen und sie richtig zu entsorgen.

Diese Kampagne ist eine Gemeinschaftsaktion des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (Landesgruppe Saarland), des Entsorgungsverbands Saar, der Ärztekammer und der Apothekerkammer des Saarlandes, der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland, des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, des Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, des Verbandes der Energie- und Wasserwirtschaft des Saarlandes e.V. und des Verbandes Kommunaler Unternehmen e.V. (Landesgruppe Saarland). Auch wir als Ihre Stadtwerke haben uns dafür eingesetzt und Sie zum Mitmachen aufgefordert.

Auf der Homepage des saarländischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz ist nachzulesen (www.saarland.de/134043.htm, aufgerufen am 18.01.2018): „Die Saarländerinnen und Saarländer verfügen mit der Restmülltonne vor ihrer Haustüre über eine ideale Entsorgungsstation für feste und flüssige Medikamente. Der Restmüll wird in modernen Anlagen verbrannt, alle Arzneiwirkstoffe werden dabei zerstört, und die Rauchgasreinigung sorgt zudem dafür, dass nichts in die Umwelt gelangt. Eine Belastung der Oberflächengewässer erfolgt bereits durch die Einnahme von Medikamenten, da der menschliche Körper immer nur einen Teil der Wirkstoffe aufnimmt. Das Grundwasser, aus dem im Saarland das Trinkwasser gewonnen wird, ist hiervon nicht betroffen. Den Akteuren der Kampagne ist daran gelegen, dass neben dieser unvermeidbaren Belastung durch Ausscheidung aus dem menschlichen Körper vermeidbare Zusatzbelastungen durch eine falsche Entsorgung von Medikamenten mittelfristig deutlich zurückgehen.“

Laut einer Studie des Institutes für sozial-ökologische Forschung (ISOE) entsorgen 47 Prozent aller Befragten nicht mehr benötigte Flüssigmedikamente über Toilette oder Waschbecken. 42 Prozent nutzen nie den richtigen Weg über die Restmülltonne. Das ist erschreckend, weil Spurenstoffe falsch entsorgter Medikamente in die Gewässer gelangen und dort Tiere und Pflanzen schädigen. Kläranlagen sind auf die Entfernung entsprechender Stoffe nicht ausgelegt. Eine Nachrüstung würde für die saarländischen Gebührenzahler zwei- bis dreistellige Millionenbeträge bedeuten - ohne, dass eine hundertprozentige Entfernung aller Spurenstoffe überhaupt möglich wäre. Von den rund 2.300 in Deutschland verwendeten Arzneimittelwirkstoffen ist rund die Hälfte potentiell umweltrelevant, wobei nach Informationen des Umweltbundesamtes der Arzneimittelgebrauch alleine in den 10 Jahren von 2002-2013 um 20 Prozent gestiegen ist.

Bitte beachten Sie die folgenden Grundsätze zur richtigen Entsorgung: Tabletten aus der Verpackung herauslösen und mit dem Restmüll entsorgen. Flüssigmedikamente mit Flasche oder Ampulle in die Restmülltonne geben. Medikamenten-Verpackungen aus Papier mit dem Altpapier, Kunststoff-Verpackungen über den Gelben Sack entsorgen. Einige Apotheken nehmen nicht verbrauchte Medikamente auch wieder zurück. Außerdem versorgen Sie sich am besten so mit Medikamenten, dass nach der Behandlung keine großen Reste bleiben.

Fragen zur richtigen Entsorgung von Medikamenten beantwortet gerne auch das EVS-Kunden-Service-Center (Tel. 0681/ 5000-555). Und selbstverständlich können Sie sich auch an uns, Ihre Stadtwerke wenden, wenn Sie unsicher sind.


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