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Wissenschaftlicher Klimabericht bestätigt die eigenen Eindrücke

Für einige Insulaner wird der Lebensraum buchstäblich enger. Sie müssen aber nicht bis nach Südostasien oder in die Südsee reisen, um festzustellen, dass die Meere immer höher steigen und sich Land von der Küste rauben. Am Atlantik in Portugal z. B. werden einst weitläufige Strände immer schmäler, einige Küstenorte haben bereits überhaupt keinen Strand mehr. Doch es ist gar nicht nötig, solche Phänomene selbst in Augenschein zu nehmen. Die Nachrichten aus aller Welt, aber inzwischen auch schon aus unserer Heimat lassen keinen Zweifel am Klimawandel. Und wir erfahren am eigenen Leibe, wie ungewöhnlich lang und unerträglich heiß Hitzeperioden sein können. Die Diskussion darüber, ob es sich um ungewöhnliche Wetterphänomene oder tatsächlich um den Klimawandel handelt, ist nicht gerade erhellend.

Was die Tagesschau in gewohnter Kürze und Sachlichkeit am 2. August meldete, bestätigt die Eindrücke aller – jedoch mit wissenschaftlicher Nachweisbarkeit. „Der Planet heizt sich auf“ ist der Beitrag auf der Tagesschau-Internetseite betitelt (https://www.tagesschau.de/ausland/klimawandel-133.html, aufgerufen am 02.08.2018). Die Meldung dazu lautet: „Das Jahr 2017 ist das drittwärmste je gemessene Jahr gewesen. Das zeigt der Jahresbericht der US-Klimabehörde NOAA. Der Bericht verdeutlicht drastisch, dass sich die Erde weiter erwärmt.“ Die vergangenen vier Jahre seien die wärmsten je gemessenen gewesen, seitdem im ausgehenden 19. Jahrhundert die meteorologischen Aufzeichnungen begannen. 2017 sei das drittwärmste Jahr seit Messbeginn gewesen. Die Tagesschau beruft sich bei diesen Angaben auf den über 300 Seiten starken Jahresbericht 2017 der US-Klimabehörde NOAA, an dem mehr als 500 Forscher aus 65 Ländern mitgearbeitet hätten.

Dieser Bericht benennt als die wichtigsten Klimatrends: „Die Konzentration von Treibhausgasen wie CO2 und Methan in der Erdatmosphäre erreichte 2017 neue Höchstwerte. Der durchschnittliche Meeresspiegel stieg im vergangenen Jahr ebenfalls zu einem neuen Höchststand und lag 7,7 Zentimeter über dem von 1993, als die Höhenmessung per Satellit eingeführt wurde. Seit damals sei der Meeresspiegel im Durchschnitt etwa drei Zentimeter pro Jahrzehnt gestiegen“. Und in der Arktis sei die Fläche des dort im September 2017 gemessenen Eises auf dem Meer ein Viertel kleiner als im langfristigen Durchschnitt um diese Zeit. Das Meereis in der Arktis sei dünn und anfällig dafür, zu brechen und zu schmelzen, und die von altem, dickeren Eis bedeckte Fläche werde immer kleiner. Zehn der niedrigsten Eis-Werte seien in den Septembermonaten der vergangenen elf Jahre gemessen worden.

Außerdem hat die Erwärmung verheerende Auswirkungen auf die Korallenriffe. Indikator dafür ist die so genannte Korallenbleiche. Korallen seien mit Regenwäldern zu vergleichen, da sie enorm viele Lebewesen auf sehr engem Raum beherbergen. Das Leben vieler Fische und weitere Tiere, die laut NOAA Nahrung für bis zu einer Milliarde Menschen weltweit darstellten, sei bedroht. „Bei fast 30 Prozent der Korallenriffe weltweit habe die Bleiche demzufolge zwischen 2014 und 2017 lebensbedrohliche Ausmaße angenommen. Ein starkes Ausbleichen geschehe immer häufiger und wiederhole sich somit in kürzeren Zeit als die Korallenriffe benötigten, um sich davon zu erholen“, schreibt Tagesschau.de.

Sie können die Liste der Phänomene problemlos selber fortsetzen: Dürreperioden, Hitzeschäden, hitzebedingte Krankheiten, Ozonbelastung, Artensterben, Überschwemmungen, Hagelschäden usw. Inzwischen denkt mancher Hobbygärtner darüber nach, seine Aktivitäten im Garten dem Klimawandel anzupassen und auf Frühjahr und Herbst zu konzentrieren, ja, sogar eher im Winter als im Sommer zu ernten.


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