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Argumente für die energetische Sanierung

Ein paar Vorurteile bezüglich der energetischen Gebäudesanierung halten sich über Jahre. Deshalb mag es für Sie hilfreich sein, wenn wir immer mal wieder darauf eingehen. Wir hatten dies bereits vor über fünf Jahren getan und uns damals auf den „Energiesparclub“ der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online mbH, die vom Bundesumweltministerium gefördert wird, berufen. Dieser tritt den Vorurteilen mit Argumenten entgegen. Auf seiner Internetseite www.energiesparclub.de finden sich aber auch noch viele weitere interessante Meldungen und Hinweise, die wir Ihnen gelegentlich präsentieren möchten.

Dem Vorurteil (1), dem Klima werde durch energetische Sanierung nicht wirklich geholfen, steht die Tatsache entgegen, dass die Nutzung der rund 20 Millionen Wohngebäude rund 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland verursacht. Diese Häuser stoßen zusammen mehr klimaschädliche Treibhausgase aus als die gesamte deutsche Industrie. Gebäude lassen sich aber heute sogar so modernisieren, dass sie rechnerisch weniger Energie verbrauchen, als sie selbst erzeugen. Aber so weit muss der einzelne Hausbesitzer ja gar nicht gehen. Einfache und kostengünstige Maßnahmen wie Dämmung von Rohrleitungen, Keller- oder Dachgeschossdecken können schon merklich viel Energie sparen.

Ein anderes Vorurteil (2) besagt: Das Herstellen der Dämmstoffe verbrauche mehr Energie, als später eingespart werden könne. Richtig ist hingegen: Selbst bei Dämmstoffen wie Polystyrol mit hohen Dämmstoffstärken bis 30 Zentimetern wird die benötigte Herstellungsenergie bereits nach etwa drei Heizperioden eingespart. Gegen das Vorurteil (3), nach einer Dämmung könnten Wände nicht mehr atmen, spricht, dass gerade im unsanierten Altbau durch Wasserdampf Beschädigungen des Baumaterials und so genannte Kältebrücken auftreten. Eine moderne Dämmung hält den Bau dagegen trocken, warm und schützt so das ganze Gebäude. Ein ähnliches Vorurteil (4) betrifft neue Fenster, wenn man meint, dadurch werde die Luft schlechter ausgetauscht als vor dem Fenstertausch. Wer sich jedoch beim Lüften auf undichte Fenster verlässt, überlässt dem Zufall die Wirksamkeit und heizt nicht nur an kalten Tagen buchstäblich aus dem Fenster hinaus. Feuchtigkeit kann sich im Inneren niederschlagen und die Schimmelbildung befördern. Dass modernisierte Häuser gleich aussähen (Vorurteil 5), stimmt auch nicht. Heute können alte Häuser so modernisiert werden, dass ihr Erscheinungsbild dauerhaft erhalten und sogar aufgewertet wird. Dazu bedarf es eines klugen Konzeptes. Auch im Innern kann der Wohnkomfort gesteigert werden.

Und wer meint, öffentliche Gelder sollten lieber in die Wirtschaftsförderung als in energetische Sanierung gesteckt werden (Vorurteil 7), denkt nicht weit genug; er verkennt, dass von Arbeiten an Häusern gerade die lokalen Handwerksbetriebe profitieren und außerdem die Forschung und Entwicklung von klimaschützenden Verfahren und Materialien gefördert werden. Inzwischen sind Umwelttechnologien für Deutschland eine sehr wichtige Wirtschaftsbranche. Manche beklagen außerdem, dass die Angebote zur Modernisierung zu unübersichtlich seien (Vorurteil 8). Dagegen empfiehlt sich das so genannte Energiesparkonto mit dem Modernisierungsratgeber, das Sie im Internet unter der oben genannten Adresse finden. Damit können Sie kostenlos Modernisierungsmaßnahmen durchspielen und sich dabei die jeweiligen Vorteile erläutern lassen, inklusive Hinweisen auf die verschiedenen Förderprogramme. Und schließlich können Sie auch uns bei Ihren Stadtwerken gerne um Rat fragen, wenn Sie vor der Entscheidung stehen, Ihr Haus zu modernisieren.

Demnächst gehen wir wieder auf den „Energiesparclub“ ein. Aktuell behandelt er z. B. das Thema „Heizung, Lüftung, Umbau – das ändert sich 2018“.


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