Sie sind hier: SWW Wadern 
Inhaltsbereich

Alte Medikamente sind Restmüll

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir ausführlich ein Thema behandelt, das bis heute immer mal wieder für Unsicherheit sorgt: Wohin mit alten, abgelaufenen oder nicht mehr benötigten Medikamenten? Anlass war die im Oktober 2015 mit der Botschaft „Medikamente, die ich nicht mehr brauche, gehören in die Restmülltonne!“, gestartete Gemeinschaftskampagne von Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (Landesgruppe Saarland), Entsorgungsverband Saar,  Ärztekammer und Apothekerkammer des Saarlandes, Kassenärztliche Vereinigung Saarland, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Verband der Energie- und Wasserwirtschaft des Saarlandes e.V. und Verband Kommunaler Unternehmen e.V. (Landesgruppe Saarland). Bei so viel Gemeinsinn setzten die Initiatoren auf viel Rückhalt in der Bevölkerung. Und auch wir, Ihre Stadtwerke, hatten Sie zum Mitmachen aufgefordert.

Die Problematik ist so wichtig, dass wir nach einem Jahr daran erinnern möchten. Denn die Lage ist unverändert. Bis 2009 nahmen noch viele Apotheken Alt-Medikamente zurück. Aber seit die Pharmaindustrie die Kosten dafür nicht mehr übernimmt, bieten immer weniger Apotheken diesen Service an. Die Restmülltonne ist jedoch die bestgeeignete Entsorgungsstation für feste und auch für flüssige Medikamente. Denn der Restmüll wird in modernen Anlagen verbrannt, dabei werden Arzneiwirkstoffe zerstört, das Rauchgas wird gereinigt. Für Sie gilt: Nehmen Sie zur Entsorgung die Tabletten aus der Verpackung heraus und geben Sie Flüssigmedikamente mit Flasche oder Ampulle in die Restmülltonne. Verpackungen aus Papier kommen zum Altpapier, Kunststoff-Verpackungen in den Gelben Sack. Fragen Sie nach, ob Ihre Apotheke Medikamente, die gar nicht verbraucht wurden, zurück nehmen können. Und überlegen Sie zusammen mit Ihrem Arzt und Apotheker, welche Packungsgröße für Sie richtig ist. Denn am besten ist es, wenn nach der Behandlung keine großen Reste bleiben!

Warum ist das alles wichtig? Immer mal wieder ist zu lesen oder zu hören, dass durch die Ausscheidungen der Menschen, Arzneimittelwirkstoffe in das Abwassersystem gelangen. Dies ist jedoch nicht einmal das Hauptproblem. Aber es sollten nicht noch zusätzlich vermeidbare Belastungen hinzukommen. Zudem ist es wirklich aufwändig und teuer, im Klo oder Ausguss entsorgte Arzneimittel wieder aus dem Abwasser heraus zu bekommen. Eine Umfrage, die das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) für das Bundesministerium für Bildung und Forschung durchführte, ergab, dass fast jeder Zweite der 2000 vom ISOE befragten Deutschen flüssige Medikamente (wie Tropfen, Tinkturen oder auch Salben) in die Spüle oder Toilette schüttet. Dadurch gelangen unerwünschte Stoffe über die Kläranlage in die Flüsse. Auch wenn die Wirkstoffmengen für den menschlichen Organismus kaum problematisch sind, wie es heißt, könnte sie der Tier- und Pflanzenwelt gefährlich werden und schließlich über die Nahrungskette wieder beim Menschen landen.

Vor einem Jahr schrieben wir bereits: „Es besteht kein Grund zur Panik – wohl aber zum Nachdenken.“ Und: „Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an das EVS-Kunden-Service-Center (Tel. 0681/ 5000-555) oder an Ihre Stadtwerke!“


Rechter Inhaltsbereich