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Die EEG-Umlage steigt wieder deutlich

Dass die EEG-Umlage, die alle Verbraucher mit dem Strompreis entrichten müssen, 2017 wieder deutlich ansteigen wird, haben Sie ja sicherlich bereits erfahren. Es handelt sich um eine Erhöhung von 6,35 auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde, also um mehr als einen halben Cent. Übrigens ist es dabei egal, ob Ökostrom oder der übliche Strommix bezogen wird, weshalb die Bezeichnung „Ökostrom-Umlage“ missverständlich ist.

Warum die Umlage so deutlich steigt, beantwortet die ARD-Tagesschau im Internet wie folgt: „Tatsächlich liegt das vor allem an den gesunkenen Strompreisen an der Börse. Je niedriger der Erlös an der Börse nämlich ist, desto mehr Geld muss via EEG-Umlage fließen, damit die Windmüller und Solaranlagenbetreiber die ihnen zugesagten Einspeisepreise erhalten. Und da zeigt sich, dass mehr Geld gebraucht wird, um die Differenz auszugleichen.“ (www.tagesschau.de/wirtschaft/eeg-133, abgerufen am 19.10.2016). Das liegt jedoch nicht einfach daran, dass immer mehr solcher Anlagen gebaut werden. Dazu heißt es an der angegebenen Stelle weiter: „Dagegen spielt der Ausbau im Erneuerbaren-Sektor kaum eine Rolle. Die Garantiepreise, die die neuen Anlagen für ihren Strom bekommen, sind deutlich niedriger als für ältere.“

Zur Erinnerung: Der Gesetzgeber unterstützt die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen mit Hilfe des im Jahr 2000 in Kraft getretenen EEG. Mit dessen Reform von 2014 sollte der rasante Anstieg der Umlage eingedämmt werden. So wurde die Einspeisevergütung für Produzenten, die Strom aus regenerativer Nutzung ins Netz einspeisen, gesenkt, allerdings mit Vertrauensschutz für bestehende Anlagen. Außerdem sind viele Unternehmen (paradoxerweise nach der Reform sogar mehr als vorher) aus Wettbewerbsgründen von der Umlage ganz oder teilweise befreit. „Das belastet die Masse der anderen Stromverbraucher zusätzlich und verteuert die Umlage um 1,33 Cent je Kilowattstunde. Die Belastung ist allerdings in den letzten drei Jahren in der Summe stabil geblieben“ schreibt dazu tagesschau.de.

Fairerweise wird eingeräumt: „Tatsächlich ist die Summe aus Umlage und Börsenstrompreis heute gut ein Cent niedriger als 2014. Das kann man durchaus als Ergebnis der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes von 2014 sehen. Die jüngste Neufassung vom Sommer dieses Jahres wird aber erst später ihre Wirkung zeigen.“ Schließlich wird für die weitere Preisentwicklung im Zuge der Energiewende, die ja von der Politik und der Bevölkerung gewollt war, gesagt: „Prognosen gehen davon aus, dass sich die Umlage in den kommenden Jahren noch auf bis maximal zehn Cent erhöhen könnte. Nach 2020 allerdings wird sie nachhaltig sinken.“ Welche Funktion dabei die EEG-Umlage hat, beschreibt der folgende Satz: „Der Strommarkt ist nach wie vor alles andere als ein freier Markt. Deshalb sind die gesicherten Preise für Produzenten nach wie vor ein wichtiger Beitrag, um die Energiewende voranzubringen.“

Ob ein Verzicht auf die Energiewende günstiger wäre, lasse sich nicht seriös feststellen, so tagesschau.de mit Verweis darauf, dass in England die Stromverbraucher ein neues Atomkraftwerk über eine Umlage mit finanzierten und dass Ausgaben für neue Leitungen auch ohne Förderung der Erneuerbaren Energien anfallen würden. „Und schließlich stehen den Investitionen in Windräder und Solarkraftwerke langfristig die vermiedenen Brennstoffkosten entgegen. Denn es handelt sich ja nur um Investitionskosten von Anlagen. (…) Das erspart uns derzeit knapp zehn Milliarden Euro im Jahr.“


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