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Die Fastenzeit kann ein persönliches Training sein

Wie haben Sie die Fastenzeit begonnen? Leute von heute fasten ja meistens wegen der Figur. Einige haben aber auch eine religiöse Motivation. Fasten wird auf jeden Fall mit einem Verzicht in Verbindung gebracht. War es früher vor allem Fleisch, sind es heute eher Schokolade, Süßigkeiten und Alkohol, auf die verzichtet werden soll. Nicht selten schließen sich Fastenwillige geführten Gruppen an. Andere wählen aus dem großen Angebot an Diäten aus. An dieser Stelle soll über deren Sinn oder Wirksamkeit nicht geurteilt werden.

Das Verzichtüben in der Fastenzeit hat heutzutage aber auch ganz andere Formen. Denken Sie nur mal an die Aktion „Autofasten“ der Kirchen. Dabei geht es darum, keine unnötigen Fahrten mit dem Auto zu machen, Sprit sparend zu fahren und sich selber mehr auf dem Fahrrad oder zu Fuß zu bewegen. Andere schalten in der Fastenzeit den Fernseher nur noch ganz gezielt, auf jeden Fall aber weniger oft und nicht unnötig ein oder verzichten ganz darauf. Sie können die Fastenzeit auch zum Anlass nehmen, Ihren Umgang mit Energie zu überdenken.

Wenn Sie mit Achtsamkeit durch Ihren Alltag gehen, fallen Ihnen sicherlich noch Gelegenheiten auf, Strom, Heizenergie und (vor allem warmes) Wasser zu sparen. Und wenn Sie gerade die jüngsten Diskussionen um mögliche Verbote von Lebensmittelverschwendung bei uns und zugleich die Berichte über Hungersnöte in Afrika verfolgt haben, wissen Sie ja auch, dass Lebensmittel – dazu gehört auch unser wichtigstes: das Leitungswasser – nicht verschwendet werden sollten. Schnüren Sie sich doch Ihr eigenes Trainingspaket für die Fastenzeit! Dazu gehören möglicherweise neben dem Verzicht auch körperlichen Aktivitäten - am besten in der freien Natur. Wichtig ist eine gewisse Konsequenz und Regelmäßigkeit. Denn es kommt darauf an, das bestätigen viele Fachleute, dass Gewohnheiten geändert werden. Dann stellen sich positive Effekte zwar nicht von heute auf morgen, aber auf längere Sicht ein. Vor allem sind solche geänderten Gewohnheiten relativ stabil, wenn es gelingt, die Verhaltensänderungen mit Augenmaß in seinen Alltag einzubauen.

In diesem Sinne verwendeten die alten Griechen das Wort „Askesis“, das erst in der Neuzeit eine Bedeutungsverengung auf Askese im Sinne von „Verzicht“ erfuhr. Ursprünglich bedeutete das Wort so viel wie „Übung“. Heute würde man „Training“ sagen. Ein asketischer Umgang mit seiner Umwelt, seinen eigenen Kräften, Wünschen, Vorlieben, auch den Schwächen und Stärken kann bedeuten: Lebe achtsam! Entwickle ein Gespür dafür, was gut und richtig ist und was dir selber gut tut. Übe in deinem Alltag, ändere, was schlecht ist, befördere, was Du bisher vernachlässigt hast. Dann werden Sie an Ostern vielleicht zufrieden fest stellen, wie viele Möglichkeiten zu vernünftiger „Askese“ im beschriebenen Sinne Sie ganz persönlich haben – ohne großartige Maßnahmen zu ergreifen oder sich arg zu quälen.


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