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Ein Thema mit vielen Aspekten: Verschwendung

Geld zu verschwenden gilt in unserer Zeit so ziemlich als das Dümmste, was man machen kann; mit Geld verschwenderisch umgehen zu können, so ziemlich als das Verlockendste. Dieser Doppelaspekt kennzeichnet Verschwendung überhaupt. Wir wissen alle, dass es aus Gründen der Moral, Ökologie Ökonomie und Klugheit nicht gut sein kann, Energie, Kleider, Wasser, Boden und Lebensmittel zu verschwenden. Andererseits sind wir alle froh, den Luxus (oder zumindest den Komfort) zu genießen, mehr als genug von allem zu haben. Und wenn die Verschwendung nicht mal eben von Moralaposteln oder Experten oder aus aktuellem Anlass zum Thema gemacht wird, fällt uns gar nicht auf, wie viel unser alltägliches Handeln mit Verschwendung zu tun hat. Als wir z. B. neulich schrieben, dass Essensreste aus verschiedenen Gründen nicht in die Toilette gehören, ging es - nicht zufällig - auch um Verschwendung.

Vor zwei Jahren haben wir aus einer Studie der Universität Stuttgart berichtet, die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert wurde. Inzwischen hat sich nicht viel geändert, wenngleich viele von uns doch etwas aufmerksamer geworden sein mögen. Damals hieß es, in Deutschland würden pro Jahr etwa elf Millionen Tonnen - 275.000 voll beladene Lastwagen - an Lebensmitteln als Abfall weggeworfen. Im Schnitt werfe jeder Bundesbürger mehr als 80 Kilogramm Lebensmittel weg. Zu dieser Thematik finden sich nach wie vor mehrere Beiträge im Internet auf der Seite des Bundesernährungsministeriums unter www.bmel.de und auf der Homepage des vom Ministerium begleiteten Kampagne www.zugutfuerdietonne.de.

In diesem Zusammenhang spielt der so genannte virtuelle Wasserverbrauch eine Rolle. Jedes Lebensmittel braucht Ackerboden, Wasser, Energie für Ernte, Verarbeitung und Transport. Diese Ressourcen werden mit jedem weggeworfenen Apfel oder Brot sinnlos verschwendet. So fließen allein 700 Liter Wasser, bis ein Kilo Äpfel geerntet ist. 1.300 Liter Wasser sind es, bis ein Kilogramm Brot entstanden ist. Für ein Kilogramm Käse sind es 5.000 Liter. Für die gleiche Menge Rindfleisch sogar über 15.000 Liter. Wir bezahlen sogar mehrfach für unsere Verschwendung, indem wir auch für den Abtransport, die Entsorgung, die Kläranlage usw. wieder Energie verbrauchen.

Auch vier Jahre nach der Veröffentlichung der erwähnten Uni-Studie und zwei Jahre nach unserem Artikel gilt weiterhin: „Jedes achte Lebensmittel werfen wir weg.“ Die Internetseite www.zugutfuerdietonne.de., eingerichtet vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) stellt auch den Zusammenhang zwischen Moral und Verstand her: „Unsere Verschwendung hat auch ethische und wirtschaftliche Folgen: Während wir Lebensmittel sogar noch in Originalverpackung wegwerfen, hungert weltweit etwa eine Milliarde Menschen. Natürlich wird auch keiner von ihnen unmittelbar satt, wenn wir zu Hause mehr Achtsamkeit beim Umgang mit Lebensmitteln verwenden und den gekochten Reis weiter verwerten, statt ihn wegzuwerfen. Dennoch: In Anbetracht des Hungers in der Welt und aus Respekt vor unseren Mitmenschen und der Schöpfung, sind wir geradezu verpflichtet, sorgsam mit unseren Lebensmitteln umzugehen. Außerdem trägt unser Verhalten tendenziell auch zur Verknappung und damit zur Steigerung der Preise für Lebensmittel bei.“


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