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Die Toilette ist kein Universalentsorger

Ein bisschen Horror gefällig? Es gibt Berichte, wonach Ratten in bewohnte Häuser kommen. Keine Panik! Normalerweise kann das nicht passieren. Aber Ratten kommen immer mal wieder in unseren Kanälen vor und werden auch bekämpft, vor allem, wenn sie sich stark vermehren. Und dennoch spielen Sie, verehrte Leserinnen und Leser, bei diesem (mindestens) unappetitlichen Geschehen auch eine wichtige Rolle. Wenn Sie nämlich aus Bequemlichkeit Essensreste ins Klo geben, gelangen diese in die Kanalisation. Da ist ein gefundenes Fressen für Ratten. Und diese neigen dazu, den Wegen, wo die Nahrung herkam, zu folgen. Gerade in Zeiten, wenn es länger nicht geregnet hat, können sie auf diese Weise Ihrem Haus immer näher kommen. Kurzum: Werfen sie keine Speisereste und Küchenabfälle in die Toilette, und säubern Sie auch grob das Geschirr, bevor sie es in die Spülmaschine räumen. Das gilt übrigens nicht nur für feste Essensreste, sondern auch für die Reste von Suppen oder einen schlecht gewordenen Pudding oder Joghurt. Dass Frittierfett und Speiseöle fürs WC tabu sind, wissen Sie ja. Diese begünstigen nicht nur Verstopfungen im Abwassersystem, sondern lassen sich auch nur aufwändig in den Kläranlagen behandeln.

Generell lässt sich feststellen: Unachtsamkeit und Bequemlichkeit machen Probleme im Abwassersystem. Mal eben die Zigarettenkippe ins Klo geworfen oder die Katzenstreu und den Vogelsand hineingekippt. Korken, Flaschenverschlüsse, Bierdeckel – das alles gehört nichts ins Klo. Ebenso wenig Textilien aller Art, Strumpfhosen, Socken, Lappen, Stoffreste. Doch auch „Kleinvieh macht Mist“! Haushaltstücher zum Beispiel können mit ihren langen Kunststofffasern die Pumpen im Abwassernetz verstopfen. Und der Kunststoff verharzt regelrecht und zerstört dann wichtige Dichtungen. Das kann schnell gehen! Wenn so ein Pumpwerk ausfällt, gibt es Rückstaus im System. Dann kann das Abwasser unter besonders schlechten Umständen bzw. beim nächsten Starkregen bis in Ihren Keller gelangen. In solchen Fällen denkt dann natürlich niemand daran, dass das mit dem alten Wischlappen zu tun haben könnte! Schon eher, wenn man als Hauseigentümer oder Mieter die Kosten für einen verstopften Abfluss zahlen muss.

Hygieneartikel wie Windeln, Slipeinlagen, Tampons, Kondome, aber auch Mullbinden, Wundpflaster und sogar Kosmetiktücher sind fürs Abwasser tabu. Diese Abfälle verursachen einen hohen Reinigungsaufwand in den Kläranlagen, insbesondere, wenn sich daraus Pfropfen bilden. Selbst Wattestäbchen und Zahnseide können erheblichen Ärger bewirken. Dasselbe gilt übrigens auch für Haare! Wenn Sie also beim nächsten Mal die Haare aus dem Siphon in der Dusche entfernen, werfen Sie sie bitte nicht ins Klo. Alles eben Genannte gehört in den Restmüll! Für chemische Stoffe hingegen sollten Sie die angebotenen Möglichkeiten der Entsorgung nutzen; entsprechende Hinweise finden Sie in diesem Amtsblatt. Dazu gehören Farben, Lacke, Verdünnung, Abbeiz- und Holzschutzmittel, Desinfektionsmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel, Altöl, Bremsflüssigkeit, Frostschutzmittel und mehr.

Wir haben im Saarland effektive, moderne und auch teure Kläranlagen. Doch selbst mit ihrer ausgereiften Technik können Sie nicht alles. Arzneimittel - flüssige ebenso wie feste - können auch sie nicht vollständig entfernen, so dass sie (teilweise) in den Wasserkreislauf gelangen, die Umwelt belasten und eine Gefahr für alles Leben, das damit in Berührung kommt, bedeuten. Tabletten, Tropfen und Säfte gehören in den Hausmüll - auch wenn hin und wieder anderes zu hören sein mag. Fragen zur richtigen Entsorgung - insbesondere von Medikamenten - beantwortet Ihnen auch gerne das EVS-Kunden-Service-Center unter Telefon 0681/5000-555.


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