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Keine Euphorie, zum Wasser Trinken wird trotzdem geraten

Das Jahr ist noch verhältnismäßig jung. Die an Neujahr gefassten Vorsätze sind noch nicht über Bord geworfen. Zugegeben, mit einem Training für die Idealfigur an Fastnacht könnte es zeitlich knapp werden. Aber wenn die Kleider knapp werden, ist eigentlich jeder Zeitpunkt richtig, mit der gesundheitsbewussten Ernährung zu beginnen. Allerdings ist das nicht nur wegen der eigenen mangelnden Disziplin nicht einfach. Nein, wir haben es mit dem bekannten Paradox zu tun, dass immer mehr Informationen unser Leben keineswegs leichter und einfacher machen. Im Gegenteil: Gerade was die Ernährung angeht, ist die Flut von Veröffentlichungen kaum überschaubar: neue Studien, neue Forschungsergebnisse, neue Richtlinien, neue Diäten …und das alte Problem: So wie ich zunehme, nimmt auch meine Unsicherheit zu.

Aus dem Meer der Unübersichtlichkeit ragt wie ein Fels in der Brandung jedoch eine Empfehlung heraus: Wasser trinken! Wer beispielsweise in der Suchmaschine Google eingibt „Durch Wasser trinken abnehmen“ erhält über eine halbe Million Hinweise auf Internetseiten. Die ersten drei Suchergebnisse (abgerufen am 11.02.2017) verweisen auf die Homepage des Marathonläufers und Fitnesstrainers „Mark Maslow“ (www.marathonfitness.de/wasser-trinken-abnehmen), auf die Internetseite der Zeitschrift „Fit for fun“ (www.fitforfun.de/abnehmen/gesund-essen/schlank-trinken-wasser-fuer-die-figur_aid_11343.html) und auf die Onlineausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ (www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/kann-wassertrinken-beim-abnehmen-helfen-a-909394.html).

Die beiden erst genannten Quellen bringen viele Tipps fürs private Training, die sicherlich nicht nur für Fitnessfans und Bodybuilder wertvoll sein können. Dazu gehört unter anderem die Empfehlung, mehrmals täglich kaltes Wasser zu trinken, weil dadurch der Körper Energie verbraucht, ohne Kalorien aufzunehmen. Und auch das Wasser Trinken vor dem Essen soll wegen des Sättigungsgefühls hilfreich sein. Um jedoch allzu euphorische Erwartungen zu dämpfen bzw. Ihnen eine realistische Einschätzung zu ermöglichen, sei der Spiegel-Artikel von 2013 erwähnt. Darin wird von der Ernährungswissenschaftlerin Rebecca Muckelbauer von der Berliner Charité und ihrem Forscherteam berichtet, die Studien, die sich mit dem Einfluss von Wasser auf das Gewicht Erwachsener beschäftigen, bewertet haben. Sie fanden unter 5000 Beiträgen nur wenige qualitätsvolle Ergebnisse. Immerhin wiesen Studien mit Menschen, die gerade versuchen abzunehmen, auf einen positiven Effekt eines erhöhten Wasserkonsums hin.

Zu der generellen Aussage „Wasser trinken macht schlank“ könne sich Muckelbauer jedoch nicht durchringen, weil es dazu zu wenige aussagekräftige Studien gebe. Sicher sei: Wer statt Saftschorlen und Limonaden Wasser trinke, spare viele Kalorien. Und es gebe Hinweise darauf, dass Wasser trinken mindestens für kurze Zeit das Sättigungsgefühl verstärke. Dazu komme die Theorie, dass Wasser den Energieumsatz erhöhe und dadurch das Abnehmen unterstütze, was wissenschaftlich allerdings nur sehr schlecht untersucht sei. Fest stehe indessen: „Schaden kann das Wasser Trinken kaum. Bei Gesunden können die Nieren bis zu einen Liter Flüssigkeit pro Stunde ausscheiden, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Der Körper komme mit bis zu zehn Litern Wasser pro Tag klar - deutlich mehr, als wahrscheinlich auch der Abnehmwilligste trinken möchte und würde. Eine Ausnahme sind Menschen mit einer schweren Herzschwäche oder Problemen bei der Flüssigkeitsausscheidung, etwa durch Nierenschäden. Sie sollten vorsichtig sein und ihre Flüssigkeitszufuhr mit einem Arzt abklären.“

Die Ernährungswissenschaftlerin Muckelbauer rät jedenfalls weiter zum Wasser Trinken. Das Fazit des Spiegelartikels lautet: „Wasser trinken kann nicht schaden, wahrscheinlich macht es auch schlanker - zumindest wenn das Wasser süße Getränke ersetzt. Doch wissenschaftlich klar nachgewiesen hat das noch niemand.“


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