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Bitte nicht mehr Arzneimittelrückstände als nötig!

In der vergangenen Woche haben wir Ihnen von der neuen Kampagne verschiedener saarländischer Organisationen und Verbände berichtet: "Medikamente, die ich nicht mehr brauche, gehören in die Restmülltonne!" Auf der Pressekonferenz am 16. Oktober in Saarbrücken wurde auch erwähnt, dass bereits auf natürlichem Wege - einfach durch die Ausscheidungen der Menschen, die Medikamente nehmen - Wirkstoffe in das Abwassersystem gelangen. Dies ist jedoch nicht das Hauptproblem. Wirklich aufwändig und teuer ist es, die im Klo oder Ausguss entsorgten Arzneimittel wieder aus dem Abwasser heraus zu bekommen. Selbstverständlich sollte auch die durch Patienten verursachte Menge an Arzneimittelrückständen nicht unnötig vergrößert werden. Wir hatten ihnen ja mitgeteilt, dass die Restmülltonne die ideale Entsorgungsstation für feste und flüssige Medikamente ist, weil in den modernen Müllverbrennungsanlagen die Arzneiwirkstoffe verbrannt werden.

Was ist aber los, wenn sich daran nicht alle halten, und was ist eigentlich mit den sozusagen unvermeidlichen Medikamentenrückständen im Abwasser? Wie groß ist die Bedrohung wirklich? Zu den Details gibt Auskunft eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Umfrage, die das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) durchgeführt hat. Wir berufen uns hierzu auf einen Artikel im "Spiegel" vor über einem Jahr (www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/hausmuell-statt-toilette-abgelaufene-medikamente-richtig-entsorgen-a-976181.html). Knapp die Hälfte der 2000 vom ISOE befragten Deutschen wüssten nicht, dass durch die Einnahme von Medikamenten Spurenstoffe in den Wasserkreislauf gelangen könnten, heißt es dort. Über den Urin könnten Arzneimittel direkt oder als Abbauprodukt ausgeschieden und werden und in Kläranlagen gelangen, wo sie trotz moderner Verfahren nicht komplett abgebaut werden könnten und somit in die Gewässer oder als Klärschlamm in die Böden gelangen könnten. Die Ökosysteme hätten jedoch einen gewissen "Puffer", so dass die Belastung nicht bedrohlich sei, sofern nicht weitere falsch entsorgte Medikamente hinzukommen.

Denn die Situation könnte sich verschlechtern. Fast jeder Zweite, 47 Prozent der Deutschen laut der angegebenen Studie, schütte Tropfen in die Spüle oder Toilette. Dadurch gelangten durchaus unerwünschte Stoffe über die Kläranlage in die Flüsse. Die falsche Medikamentenentsorgung könne also ein richtiges Umweltproblem verursachen. Auch wenn die Wirkstoffmengen für den menschlichen Organismus kaum problematisch seien, könnten sie der Tier- und Pflanzenwelt gefährlich werden und schließlich über die Nahrungskette wieder beim Menschen landen. Aber es besteht kein Grund zur Panik - wohl aber zum Nachdenken.

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an das EVS-Kunden-Service-Center (Tel. 0681/ 5000-555) oder an Ihre Stadtwerke.


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