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Über Schimmel ist doch alles gesagt – oder?

In dieser Rubrik haben wir schon mehrfach das Thema Schimmel behandelt. Es scheint alles gesagt zu sein. Aber hin und wieder kann es sinnvoll sein, sich Hintergründe und regeln ins Gedächtnis zu rufen. Denn Schimmel ist ein schier unendliches Thema. Wahrscheinlich gibt es ihn so lange, wie es Leben auf der Erde gibt - und zwar sowohl in der Vergangenheit als auch der Zukunft. Selbst wenn man alles über Schimmel zu wissen glaubt, kann man von ihm überrascht werden. Das liegt einerseits daran, dass wir in unserem Alltag sicherlich hin und wieder unachtsam sind. Andererseits denken wir ja nicht immer an Schimmel. Und wenn wir dann unser Haus gerade schön und nach den Regeln des heutigen Wissensstandes gebaut oder saniert haben, ist der Schrecken umso größer, wenn auf einmal Schimmel auftritt. Es dauert mitunter Monate oder sogar Jahre, bis die Baufeuchte entwichen ist. Das gilt insbesondere, wenn Böden und Wände saniert wurden. Und wenn Sie eine neue Außendämmung und vor allen neue Fenster bekommen haben, sollten Sie Ihre Lüftungsgewohnheiten ändern, d. h. mehrfach täglich stoßlüften.

An erster Stelle muss stehen: Schimmel darf nicht verharmlost werden. Wer meint, ein bisschen Schimmel sei nicht schlimm und vergehe von selbst wieder, irrt. Denn wenn die Schimmelsporen in der Raumluft sind, verbreiten sie sich nicht nur, sondern können sogar gefährliche Folgen haben. Es drohen gesundheitliche Risiken von Müdigkeit und Augenjucken bis zu Ekzemen und Asthma. Deshalb sollten sie auch schon gegen kleine Schimmelflecken vorgehen. Dann helfen z. B. Wasserstoffperoxid, Isopropyl- oder Ethylalkohol oder Spiritus. Essig ist entgegen verbreiteter Meinung weniger geeignet, er kann sogar die Bildung von Schimmel begünstigen. Bei größerem Befall sollten Sie einen Fachbetrieb zu Rate ziehen. Doch auch, wenn der Schimmel einmal erfolgreich bekämpft wurde, gibt es keine hundertprozentige Entwarnung. Schimmelsporen sind immer in der Luft! Wenn sie ein gutes Nährklima finden, bildet sich Schimmel. Feuchtigkeit gehört immer dazu. Wenn Außenwände schlecht gedämmt sind, Wärmebrücken (z. B. in Fensternischen) vorhanden sind, Möbel so dicht an Wänden (vor allem Außenwänden) stehen, dass dahinter die Luft nicht zirkulieren kann, droht immer wieder Schimmelbildung.

Nicht nur Küche und Bad, wo naturgemäß Feuchtigkeit in der Raumluft ist, müssen gut gelüftet werden, sondern auch Wohn- und Schlafzimmer. Hier sind viele Zeitgenossen verunsichert, weil sie eine gewisse Luftfeuchtigkeit ja gesund sein soll. Dies gilt jedoch nur für einen Bereich zwischen 35 und 55 Prozent. Wenn die Feuchtigkeit über 60 Prozent liegt, wird es kritisch. Kaufen Sie sich ein Hygrometer! Das gibt es günstig im Handel. Wenn die Anzeige über 60 Prozent erreicht, müssen Sie lüften. Und glauben Sie nicht, dass Lüften bei Regenwetter nicht funktionieren würde! Zwar ist der Effekt größer, wenn die Außentemperatur niedrig ist, aber auch in der warmen Jahreszeit sollten Sie nicht auf Lüften verzichten, wenn es regnet. Allerdings stimmt es schon, dass die Außentemperatur möglichst niedriger sein sollte als die Innentemperatur. Dann kann die Luft, die von außen nach innen und von dort wieder raus geht, am besten Feuchtigkeit aufnehmen. Also: Nutzen Sie die Nacht oder die frühen Morgenstunden, um Ihre Wohnung – und übrigens auch den Keller – zu lüften. Dass es falsch ist, die Fenster längere Zeit auf Kippe zu stellen, wissen Sie ja. Ist Ihnen auch klar, dass über dem gekippten Fenster die Wand abkühlt, so dass sich dort Kondenswasser bilden kann? Was dann passiert, ist bekannt (siehe oben).


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