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Veränderungen im privaten Stromverbrauch

Passiert Ihnen das auch? Beim Aufräumen finden Sie alte Tonbandkassetten, den Kassettenrekorder haben Sie aber schon längst entsorgt, ebenso wie den Videorekorder. Und längst steht im Wohnzimmer ein Flachbildschirm. Manche sehen sogar eher am Computer fern, mehrere Folgen einer Serie nacheinander. Nicht selten laufen elektronische Geräte rund um die Uhr - und die Zeiten, als es noch einen Sendeschluss im Fernsehen gab, sind längst vorbei. Es hat sich viel verändert, und zwar in relativ kurzer Zeit. Kein Wunder, dass sich unser verändertes Verhalten auch im Energieverbrauch abbildet.

Davon handelt eine Meldung der Energieagentur NRW vom 21.03.2016, auf die wir uns beziehen: www.energieagentur.nrw/klimaschutz/meldungen/computer_monitore_und_fernseher_verbrauchen_ein_viertel_des_stormbedarfs_in_privathaushalten (abgerufen am 05.05.2016). Danach verbrauchen heute Computer, Monitor und Fernseher, also Geräte der Informations- und Unterhaltungselektronik fast ein Viertel des Stromverbrauchs der privaten Haushalte in Nordrhein-Westfalen, wo das Verbrauchsverhalten von 522.000 Ein- bis Fünf-Personen-Haushalten in einer anonymisierten Analyse ausgewertet wurde. Unter anderem hat sich dabei gezeigt, dass Singles ein anderes Stromverbrauchsprofil haben als Paare und Familien. Für das Saarland dürften sich ähnliche Befunde ergeben.

Im Gesamtergebnis entfallen genau 23,4 % des Stromverbrauchs der privaten Haushalte auf PC, Notebook und Monitor, Drucker, Router und Telefon, TV-Gerät, HiFi-Anlage, DVD-Player und Radios. In der Stromrechnung bedeutet das in einem Single-Haushalt durchschnittlich 166 Euro und in einem Vier-Personen-Haushalt 319 Euro pro Jahr. In den Haushalten insgesamt, also unabhängig von der Größe betrachtet, machen sechs Bereiche mit 65,6 % fast zwei Drittel des gesamten Stromverbrauchs aus: Büro (12,2 %), Warmwasser (12,1 %), TV/Audio (11,2 %), Kochen (10,5 %), Kühlen (10,4 %) und Beleuchtung (9,2 %). Im Mittel aller Haushalte spielen die folgenden Bereiche eine kleinere Rolle: Trocknen (5,9 %), Umwälzpumpe (5,6 %), Spülen (4,9 %), Waschen (4,6 %) und Gefrieren (4,3 %) sowie die Position „Andere“ (9,2 %), in der Wellness, Klima-, Garten- und Kleingeräte sowie Sonstiges (wie Staubsaugen und Bügeln) aufgrund ihrer geringen Anteile zusammengefasst sind.

Die Zahlen spiegeln den Alltag in unserem von Elektronik geprägten privaten Umfeld wider. Einerseits verbrauchen viele Geräte sicherlich weniger Strom als noch vor ein paar Jahren. Andererseits sind wir alle aber auch nachlässiger geworden: Wie oft und wie lange bleibt der Computer angeschaltet, obwohl niemand daran arbeitet oder spielt? Dasselbe gilt für Fernseher, Radio, Hifi-Anlage und mehr. Da haben wir alle sicherlich noch eine Menge Einsparpotential, auch wenn dieses nicht so erheblich zu Buche schlägt wie die elektrische Warmwasserbereitung. Denn diese wird als "Kostentreiber Nr. 1" in der genannten Meldung bezeichnet.

In den betroffenen Haushalten (und das sind immerhin 38,4 % aller untersuchten) kommt die elektrische Warmwasserbereitung auf einen Verbrauchsanteil von 27,1 %. Ein- bis Fünf-Personen-Haushalte ohne elektrische Warmwasserbereitung haben dagegen einen deutlich geringeren Jahresstromverbrauch. Bei einer fünfköpfigen Familie ohne elektrischen Durchlauferhitzer sind es im Durchschnitt fast 2.000 Kilowattstunden weniger Strom als bei einer ebenso großen Familie mit Durchlauferhitzer. Das macht in der Stromrechnung einen deutlichen dreistelligen Betrag aus. Eine Alternative ist eine Solaranlage, am besten kombiniert mit einer modernen Brennwertheizung.


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