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Pflanzenschutzmittel sollten die Ausnahme sein

Im letzten Artikel hatten wir Sie zur Vorsicht im eigenen Garten ermuntert. Tatsächlich können Pflanzenschutz-, Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel, aber auch zu viel Dünger und so genannte "Geheimtipps" viel Schaden im Boden und sogar im Grundwasser hervorrufen. Es mag ein wenig schlaumeierisch klingen, wenn wir empfehlen, in kurzen Abständen den Boden zu hacken und das Unkraut zu  jäten. Dies soll auch nicht das letzte Wort sein. Um fundierte Hilfsangebote bemüht sich ganz besonders ein Arbeitskreis für Wasser und Pflanzenschutz. Dieser hat unter www.wasser-und-pflanzenschutz.de ein sehr aufschlussreiches Portal im Internet eingerichtet mit vielen Tipps und Hinweisen auf gesetzliche Regelungen sowie nützliche Geräte - für Kleingärtner ebenso wie für die Landwirtschaft, Kommunen und Betriebe.

Der Arbeitskreis hat auch eine Broschüre herausgegeben. Sie findet sich zum Herunterladen unter www.wasser-und-pflanzenschutz.de/fileadmin/pdf/pdf_gewaesserschutz_din_lang.pdf im Internet. Der Titel lautet: "Unkrautfrei ohne Reue. Hier erfahren Sie, wie Sie lästige Unkräuter loswerden, ohne Wasser und Umwelt zu gefährden." Unter anderem wird dargestellt, dass auf befestigten Flächen die ausgebrachten Mittel unter Umständen längere Zeit liegen bleiben, bis sie beim nächsten Regen in den Gully und die Kanalisation geraten. Trotz Kläranlage sind dann Einträge dieser Mittel in den Wasserkreislauf möglich. An dieser Stelle wird wiederum auf die gesetzlichen Regelungen verwiesen: Der Paragraf 6 des Pflanzenschutzgesetzes untersagt grundsätzlich Pflanzenschutzmittel auf allen Freilandflächen, die nicht gärtnerisch, land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Dazu gehören auch Wege und Flächen ums Haus. Es drohen Geldbußen bis zu 50.000 Euro.

Wie bereits erwähnt, ist auch der Einsatz von Salz, Essig und Haushaltsreiniger zur Unkrautbekämpfung verboten. Und - auch wenn es irritierend ist - auch Pflanzenschutzmittel auf denen "biologisch abbaubar" oder etwas Ähnliches steht, fallen unter das Verbot. Auf Beeten und Rasen sind Pflanzenschutzmittel jedoch erlaubt, wobei aber eine Pflicht besteht, die Gebrauchsanleitung zu beachten. Die Broschüre sagt Ihnen auch, wie Sie Unkraut beseitigen können, ohne Ihre Gesundheit und die Umwelt zu gefährden. Dazu gibt es mechanische Verfahren und Hilfsmittel wie Hochdruckreiniger, Fugenkratzer, Stahlbürsten. Gut bewährt hat es sich, das Unkraut mit heißem Wasser zu begießen und mit einem festen Besen zu beseitigen. Richtig angewendet leisten auch Abflammgeräte, mit denen die Pflanzen gar nicht komplett verbrannt werden müssen, sowie Infrarot-Handgeräte gute Dienste.

Wenn Sie in Ihrem Garten doch einmal - ausnahmsweise! - Pflanzenschutzmittel einsetzen, achten Sie bitte genau auf die abgedruckten Hinweise. Vor allem müssen Sie gewährleisten, dass keine Spuren von diesen Mitteln durch das Spülen von Arbeitsgeräten oder gar Restmengen ins Abwasser geraten.Das Internetportal hat auch eine ganze Menge hilfreicher  Links. Einer davon verweist auf eine Seite, wo vorbeugende und heilende Maßnahmen bei Pflanzenerkrankungen ausführlich dargestellt sind: www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/pflanzenschutz/hausgarten/index.htm.


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