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Schon kleine Schritte sind Erfolge

Nun ist die Fastenzeit schon in der zweiten Halbzeit. Nicht wenige von uns machen die Feststellung, dass ihre Fastenvorsätze nicht die erhoffte Wirkung zeigen: Der Winterspeck sitzt immer noch auf den Hüften, die Fitness lässt zu wünschen übrig, Süßigkeiten haben nichts von ihrer Attraktivität verloren. Man darf sich halt nicht zu viel vornehmen, denken wir dann, und bis Sommer bleibt ja noch Zeit, versäumte Enthaltsamkeit nachzuholen. Dann benutzen wir gern den oft bemühten Satz: "Es ist nie zu spät anzufangen." So ganz falsch ist das schließlich ja auch nicht! Denn am verkehrtesten wäre es wohl, enttäuscht die Flinte ins Korn zuwerfen nach dem Motto: "Die ganze Anstrengung bringt ja doch nichts!"

Ein bisschen erinnert dies an die Meldungen, die dieser Tage durch die Medien gingen: Bundesumweltminister Gabriel musste einräumen, dass Deutschland dem Zeitplan für die Klimaschutzziele hinterher hinkt. Zumindest die kurzfristigen Etappenziele werden demnach wohl nicht mehr erreicht. Viel Aufhebens wurde um diesen Sachverhalt allerdings nicht gemacht. An den mittel- und längerfristigen Klimaschutzzielen soll ja schließlich festgehalten werden, und die unbestreitbaren Fortschritte dürfen selbstverständlich auch nicht in ein schlechtes Licht geraten. Dazu gehören sicherlich auch die internationalen Vereinbarungen vom letztjährigen Weltklimagipfel in Paris.

Zur Erinnerung: Nachweisbar ist die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung stark angestiegen. Durch die Treibhausgasemissionen ist es zu einem fortschreitenden Klimawandel gekommen, der eine globale Herausforderung darstellt. Die Vereinten Nationen möchten das internationale Klimaschutzabkommen, das 2020 in Kraft treten soll, zu einem wirksamen Instrument in möglichst allen Ländern der Erde machen, um die Treibhausgasemissionen zu vermindern. Die deutsche Politik, unterstützt von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung, hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 die Emissionen von Treibhausgasen um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Bis zum Jahr 2050 soll die Reduktion bei 80 bis 95 Prozent liegen. (Wir folgen der Darstellung des Bundesumweltamtes: www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie#strap1)

Seit 2010 ist die deutsche Energie- und Klimapolitik langfristig strategisch ausgerichtet, wobei - wie nun gemeldet - man kurzfristig noch nicht so viel erreicht hat, wie beabsichtigt. Die beabsichtigten und bereits eingeleiteten Maßnahmen werden jedoch weiter verfolgt. Dazu gehören der Ausbau erneuerbarer Energiequellen, der effizientere Einsatz von Energie sowie einzelne Instrumente wie der Emissionshandel, Herkunftsnachweise oder das Umweltzeichen Blauer Engel. Sicherlich kann über jeden Punkt trefflich diskutiert werden. Das ist - um auf den Anfang unserer Überlegungen zurückzukommen - so ähnlich wie mit den eigenen Fastenvorsätzen. Nicht alles davon ist sinnvoll und nicht alles ist durchzuhalten. Aber auch schon kleine Erfolge sind besser als nichts und vor allem besser als einer unguten Entwicklung tatenlos zuzuschauen. So darf sich jeder, der sich bemüht, an Gewicht zu verlieren und mehr Fitness aufzubauen freuen, wenn er sich bereits mehr bewegt, besser ernährt und insgesamt gesünder lebt - auch wenn er sein (vermeintliches) Idealgewicht womöglich nie erreichen wird.


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