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Lebensmittelverschwendung - aktuelle Zahlen und Tipps

Sind bei Ihnen die Schokoladennikoläuse, Dominosteine, Marzipankartoffeln und das Weihnachtsgebäck den üblichen Weg über den Gaumen durch den Magen auf die Hüften gegangen? Oder gehen Sie bereits zum Wegwerfen über? Wir nehmen die an Weihnachten in rauen Mengen auftretenden, inzwischen wenig attraktiv gewordenen Süßigkeiten zum Anlass, noch einmal das Thema "Wegwerfen von Lebensmitteln" aufzugreifen - nicht um den moralischen Zeigefinger zu erheben, sondern als Einladung zum Nachdenken über die eigenen Gewohnheiten. Hintergrundinformationen liefert ein aktueller Artikel des Bundesumweltamtes, auf den wir uns beziehen (erschienen im Internet unter www.umweltbundesamt.de/themen/lebensmittel-wider-die-verschwendung, vom 27.01.2016, aufgerufen am 30.01.2016).

Im Vorspann wird zusammengefasst: "Jährlich werden weltweit ca. 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen, gleichzeitig hungern mehr als 900 Millionen Menschen. Lebensmittelverschwendung ist nicht nur ein ethisches, sondern auch ein Umwelt-Problem." Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Rund ein Drittel der weltweit produzierten Nahrung wird weggeworfen. Damit verbunden sind unnötige Treibhausgasemissionen von mehr als drei Gigatonnen. Wenn man diese Menge Treibhausgas auf ein (vorgestelltes) Land beziehen würde, wäre dieses Land der drittgrößte Emittent von Treibhausgasen nach den USA und China. Bekanntlich werden für jedes Nahrungsmittel Bodenflächen und Wasserressourcen im In- und Ausland benötigt, dazu kommen der Energieverbrauch für die Herstellung und den Transport sowie Dünge- und Pflanzenschutzmittel, die die Umwelt belasten.

Der Artikel wird noch konkreter: "Die Deutschen konsumieren jedes Jahr pro Kopf ca. 456 Kilogramm Lebensmittel. Diese Menge verursacht in etwa einen Flächenverbrauch von einem Drittel Fußballplatz, einen Wasserverbrauch von 84 Badewannen sowie Treibhausgasemissionen, die einem Flug von Frankfurt nach New York und zurück entsprechen. Außerdem wird Energie bei Herstellung und Transport benötigt und insgesamt jedes Jahr rund 46.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel, rund 5,3 Millionen Tonnen Mineraldünger und rund 220 Millionen Tonnen Wirtschaftsdünger verwendet. Rund 81 Kilogramm der eingekauften Lebensmittel werden bei uns Zuhause zu Abfall. Das sind immerhin knapp 20 Prozent und entspricht zwei vollen Einkaufswagen - Lebensmittel im Wert von rund 230 Euro."

Der Artikel belässt es nicht bei dem Befund, sondern macht auch Vorschläge, die wir für Sie zusammenfassen: Werfen Sie Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, nicht einfach weg, sondern prüfen Sie sie mit Ihren Sinnen! Bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fisch oder Geflügel sollte das Verbrauchsdatum aber auf keinen Fall überschritten werden. - Kaufen Sie geplant, nach Bedarf und nicht zu viel ein! - Lagern Sie Lebensmittel in getrennten Behältnissen und in den unterschiedlichen Kältezonen des Kühlschranks. Leicht Verderbliches gehört weit nach unten im Kühlschrank, z.B. auf die Glasplatte über dem Gemüsefach. Eier, Butter und Getränke brauchen es nicht ganz so kalt und sind in der Kühlschranktür gut aufgehoben.

Bedenken Sie auch: Produkte aus der der Region haben kurze Transportwege, saisonal produziert, weisen sie meistens auch eine deutlich bessere Ökobilanz als Ware aus Übersee auf. Fest steht außerdem: Wer mehr pflanzliche Nahrungsmittel zu sich nimmt, entlastet die Umwelt. Denn die Erzeugung tierischer Produkte, vor allem Fleisch, verbraucht mehr Ressourcen an Flächen und Wasser, außerdem steigen durch Tierhaltung die Nitratbelastung von Böden und Gewässern sowie die Treibhausgasemissionen.


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