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Feucht-warme Luft kann schädlich sein

Gehört und gelesen haben wir es alle, gespürt noch nicht: Es ist Sommer. Gerade an warmen Tagen, die wir hoffnungsvoll erwarten, riecht es nicht nur in der Natur, sondern auch in unseren Wohnungen mitunter anders als an kalten - besonders im Keller. In alten Gemäuern ist das nun mal so, denken viele, und da ist auch was dran. Aber es geht ja bei der Frage nach einem gesunden und energetisch sinnvollen Wohnklima normalerweise weniger um Burgen und Schlösser, sondern um unsere Wohnhäuser, ob sie 100 oder 30 oder erst ein paar Jahre alt sind. Doch gerade an heißen Tagen riecht es in unseren Kellern mitunter so ähnlich wie in einem mittelalterlichen Verlies: Muffig!

Dann ist man geneigt, möglichst gut zu lüften, das heißt frische Luft von draußen nach drinnen zu bringen. Allerdings hat die Sache einen Haken. Zur Veranschaulichung stellen Sie sich bitte eine Flasche Bier vor, die Sie zum Feierabend am Gartentisch genießen möchten. Wenn diese aus dem Kühlschrank kommt, beschlägt sie an einem lauen Sommerabend schnell. Eine Menge Wasser setzt sich an der Bierflasche ab, so viel, dass sogar eine kleine Pfütze auf dem Tisch entsteht. Bei kühlem Wetter passiert das nicht. Oder es bilden sich zumindest wesentlich weniger Wassertropfen an der Flasche. Das liegt daran, dass in warmer Luft mehr Feuchtigkeit enthalten ist als in kühler. Und diese Luftfeuchtigkeit setzt sich als Kondenswasser an kühlen Oberflächen ab.

Dies kann ihnen im Keller auch passieren. Die feucht-warme Luft von draußen kondensiert an den kühlen Kellerwänden. Somit bewirken Sie beim Lüften des Kellers im Sommer genau das Gegenteil von dem, was sie wollten: Statt den muffigen Geruch hinaus zu verbannen, holen Sie sich ihn in den Keller herein! Doch es geht nicht nur um den unangenehmen Geruch. Schimmelpilze, die in der Feuchtigkeit gedeihen, können Vorräte, Kleider oder Möbel im Keller befallen und sogar gesundheitliche Schäden hervorrufen. Nicht zuletzt schadet Schimmelpilzbefall der Bausubstanz.

Wenn es heiß und schwül ist, kann also die richtige Konsequenz tatsächlich sein, gar nicht zu lüften. Allerdings auf Dauer und insbesondere, wenn im Keller gewaschen oder Wäsche zum Trocknen aufgehängt wird, ist es auch keine Lösung, ganz aufs Lüften zu verzichten. Besonders dann gilt es, die Kühle der Nacht zu nutzen und in den frühen Morgenstunden kräftig mit weit geöffneten Fenstern und Türen den Keller zu lüften. Wenn dennoch ein penetranter muffiger Geruch bleibt, kann ein Hygrothermometer hilfreich sein, das die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit anzeigt und Hinweise zur Verbesserung des Raumklimas und zum richtigen Lüften liefert. Wenn trotzdem ein muffiger Geruch bleibt und Sie den Eindruck haben, es ist zu feucht im Keller, sollten Sie einen Fachmann hinzuziehen. Denn vielleicht gelangt Feuchtigkeit in den Keller, weil ein Abflussrohr defekt ist oder die Außenabdichtung beschädigt oder nicht ausreichend ist. Bei derartigen baulichen Mängeln hilft auch richtiges Lüften natürlich nicht.


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