Sie sind hier: SWW Wadern 
Inhaltsbereich

Vorsicht bei "Geheimtipps" gegen Unkraut!

Bitte verstehen Sie, was Sie jetzt lesen, ausnahmsweise einmal nicht als Tipp. Es geht darum, Essig und Salz zur Unkrautbekämpfung einzusetzen. Bitte tun Sie es nicht! Zwar sind - in erheblicher Verdünnung mit Wasser, wohlgemerkt! - Essig und Salz als Unkrautvernichter erlaubt. Dies gilt jedoch nur für Beete und Wiesen. Auf versiegelten Flächen ist der Einsatz von Salz und Essig verboten, also auch bei Unkraut in Betonritzen oder zwischen Pflaster- und Verbundsteinen. Essig und Salz werden in diesen Fällen als Pflanzenschutzmittel, die nicht biologisch abbaubar sind, betrachtet. Im Grundwasser und in der Kanalisation können sie erhebliche Probleme hervorrufen. Abgesehen von drohenden Bußgeldern wirken Essig und Salz auf Zier- und Nutzpflanzen (aber auch auf Beläge) aggressiv und können unter Umständen mehr Schaden anrichten als Unkraut vernichten.

Wer im Internet surft, kann das unter anderem nachlesen auf der Internetseite der Zeitschrift "Zuhause" unter www.zuhause.de/salz-und-essig-verboten-als-unkrautvernichter-/id_45787158/index (aufgerufen am 06.05.2015). Dort finden Sie auch vernünftige Tipps zum Einsatz von Essig und Salz und vor allem zur Bekämpfung des Unkrauts. An dieser Stelle können wir uns den Hinweis auf die beste Methode der Unkrautbekämpfung nicht verkneifen: Jäten! Das tut nicht nur Ihren Blumen und Ihrem Gemüse gut, sondern auch Ihnen selbst.

Unter vermeintlichen Experten und mehr oder weniger hinter vorgehaltener Hand kursieren jedoch auch noch andere "Geheimtipps" zur Unkrautbekämpfung. Wir wollen diese gar nicht erst erwähnen, um Sie nicht auf "dumme Gedanken" zu bringen. Aber zweifellos werden in unseren Vorgärten, auf Terrassen, Trottoirs, Garageneinfahrten und sogar den Friedhöfen Mittel eingesetzt, die dort nichts verloren haben. Eigentlich müsste es klar sein, dass Mittel, die zweckentfremdet in die Natur gelangen, Schaden anrichten können. Das betrifft die Tier- und Pflanzenwelt, aber auch das Grundwasser, welches die Grundlage unserer Trinkwasserversorgung ist.

Selbst beim Einsatz erlaubter und für den Zweck der Unkrautbekämpfung entwickelter, deklarierter und schließlich frei im Handel erhältlicher Mittel sollten Sie zurückhaltend und vorsichtig sein. Halten Sie sich auf jeden Fall an die Dosierungs- und Anwendungsvorschriften und vermeiden Sie, dass Nutzpflanzen, Insekten und Insektenfresser gefährdet werden. Eigentlich verhält es sich wie mit Wasch- und Reinigungsmitteln. Diese dürfen nur gezielt, zweckgebunden und wohl dosiert eingesetzt werden, um die Abwässer nicht zu sehr zu belasten. Generell gilt: Problematische Trinkwasser gängige Stoffe sind dem Wasserkreislauf von vornherein fernzuhalten, damit sie sich nicht allmählich im Trinkwasser anreichern sollen. Das gilt - zum Beispiel, aber besonders - für Arzneimittel. Sie dürfen bekanntlich auf keinen Fall im Klo entsorgt werden!

Vielleicht überlegen Sie sich, wie Sie dem Unkraut auf andere Art "zu Leibe" rücken können. Fragen Sie erfahrene Hobbygärtner und scheuen Sie nicht ein wenig mehr Arbeit. Hier nun doch noch ein Tipp von uns: Bereiten Sie Ihre Beete eine Zeit lang vor dem Einsähen bzw. Einpflanzen von Setzlingen komplett vor, so als wollten Sie schon einsähen oder pflanzen. Das Unkraut, das dann in den nächsten Tagen, vielleicht auch zwei Wochen, sprießt, lässt sich mit weniger Mühe entfernen als in dem Fall, dass es zusammen mit den neuen Nutzpflanzen wächst. Zumindest reduzieren Sie auf diese Weise die Menge des Unkrauts zwischen den jungen Pflänzchen.


Rechter Inhaltsbereich