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Sinnvoll ist vor allem das Warmwassersparen

Wer im Urlaub war, hat oft im Hotel einen Hinweis gefunden, Handtücher möglichst lange zu benutzen, um Wasser zu sparen.

Gerade in warmen Urlaubsländern herrscht vielfach Wasserknappheit. Neben dem Tourismus ist in diesen Ländern ist meistens die Landwirtschaft, die ihrerseits viel Wasser braucht, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Deshalb ist unmittelbar verständlich, warum Urlauber zu einem sparsamen Wasserverbrauch aufgefordert werden. Bei uns ist das anders, wir haben reiche Wasservorräte. Trotzdem wird auch in Hotels bei uns um eine sorgsame Benutzung von Handtüchern gebeten, um die Umwelt zu schützen. Denn zum einen gelangen Reinigungsmittel ins Abwasser, zum andern muss fürs Waschen der Handtücher Energie aufgebracht werden.

In Häusern mit vielen Gästen geht es dabei natürlich um ganz andere Dimensionen als in Privathaushalten. Aber die Zusammenhänge sind dieselben. Dazu passt eine aktuelle Pressemitteilung des Bundesumweltamtes (UBA) auf der Internetseite www.umweltbundesamt.de/presse/presseinformationen/wassersparen-sinnvoll-ausgereizt-uebertrieben (aufgerufen am 17. September, 12 Uhr). Darin wird zunächst festgestellt, dass in Deutschland seit 1991 die Trinkwassernutzung um 23 Liter auf nur noch 121 Liter pro Kopf am Tag gesunken ist. Bemerkenswert ist, dass aktuell lediglich 2,7 Prozent des verfügbaren Wasserdargebots als Trinkwasser genutzt werden. Thomas Holzmann, der UBA-Vizepräsident, erklärt: "Wassersparen lohnt sich vor allem beim Warmwasser. Denn je weniger Wasser für Duschen und Baden erhitzt werden muss, desto weniger Energie wird verbraucht. Das entlastet das Klima und die Haushaltskasse."

Nach Schätzung des UBA macht der Energiebedarf für Warmwasser im Schnitt 12 Prozent des Gesamtendenergiebedarfs eines Haushalts aus. Als Beispiel wird vorgerechnet: "Ein Vollbad in der Wanne (200 Liter) kostet übrigens im Schnitt zwischen 3,00 Euro bis 3,70 Euro. Duschen ist deutlich billiger: Bei 10 Minuten Duschen fließen im Schnitt 100 Liter durch die Leitung. Diese zu erhitzen kostet nur die Hälfte. Wer einen wassersparenden Duschkopf einbaut, kann 50 Cent pro Duschgang einsparen. Wer täglich einmal duscht, kann so im Jahr gut 180 Euro pro Person sparen."

Die Pressemitteilung verschweigt jedoch nicht, dass eine geringere Wassernutzung örtlich zu Problemen in den Rohrleitungen führen kann. Interessanterweise spielen dabei auch allgemeine gesellschaftliche Faktoren eine Rolle. "Durch den Wegzug vieler Menschen aus ländlichen Regionen, den demografischen Wandel und das Wassersparen kann das Wasser in den Trinkwassernetzen stagnieren. Dies kann die Trinkwasserqualität beeinträchtigen. In den Abwassernetzen bilden sich mancherorts unangenehm riechende Faulgase, weil zu wenig Wasser durch die Leitungen fließt. Dieses Problem sollten aber nicht die Haushalte lösen, indem sie mehr Wasser verbrauchen als nötig. Hier sind die Wasserversorger oder Abwasserentsorger viel kompetenter, um zu entscheiden, wann eine gezielte Spülung der Leitungen nötig ist oder langfristig die Netze sogar umgebaut werden müssen."


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