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Wie entwickeln sich Ökostromproduktion und die EEG-Umlage?

Seit 01.08.2014 gilt also das reformierte EEG (Erneuerbare Energien Gesetz).

Wir hatten das letzte Mal ja bereits geschildert, dass die Bundesregierung durch eine Änderung bei den Ausnahmen für die Industrie und durch eine Senkung der Förderung von ins Netz eingespeistem Strom aus erneuerbaren Energien die rasante Steigerung der EEG-Umlage für die Verbraucher aufhalten will. Je nach Sichtweise kann man das EEG als Erfolg oder Misserfolg werten. Denn, einfach gesagt: Je mehr Strom aus regenerativen Quellen gefördert wird, desto höher steigt die Belastung der Verbraucher.

Gleichwohl ist immer mit zu bedenken, dass der Ausstieg aus der Kernenergie nicht nur von der Politik, sondern auch von der Bevölkerung gewollt war. Und der Verbrauch der fossilen Energieträger wird ja ebenfalls, vor allem aus Klimaschutzgründen, mit Skepsis betrachtet. Der Satz, "Irgendwoher muss der Strom ja kommen!", ist heute fast schon eine Redensart.

Die Redaktion der ARD-Tagesschau hat auf ihrer Internetseite Fakten und Hintergründe gesammelt (www.tagesschau.de/inland/eeg-reform-102.html). Zunächst wird daran erinnert, dass bereits seit dem Jahr 2000 mit Hilfe des EEG Strom aus Sonnenkollektoren, Windparks oder Biogas-Anlagen gefördert wird. Hier wird nun verständlich, wieso die EEG-Umlage so stark angestiegen ist: Die Vergütungen für die Betreiber der Stromerzeugungsanlagen sind für 20 Jahre garantiert. Die Garantie gilt ab Anschluss der Anlage ans Netz. Die EEG-Umlage bezahlen alle Stromkunden, ob sie ausdrücklich Ökostrom oder den üblichen Strommix aus der Leitung beziehen. Laut "tagesschau.de" gilt: "Einen durchschnittlichen Haushalt, der 3500 Kilowattstunden verbraucht, kostet das derzeit 218 Euro netto. Je mehr Strom aus nicht-fossilen Quellen gewonnen wird, umso mehr Strom muss zu den garantierten Sätzen vergütet werden." So sei die EEG-Umlage für Haushaltskunden in Eurocent pro Kilowattstunde wie folgt gestiegen: 2003: 0,41 - 2008: 1,15 - 2010: 2,15 - 2011: 3,53 - 2013: 5,28 - 2014: 6,24.

Mit der Reform soll eine Abkehr von den garantierten Vergütungen erreicht werden. Strom aus  neuen Anlagen wird nur noch mit zwölf Cent je Kilowattstunde vergütet. Auf der angegebenen Seite heißt es: "Zusätzliche Solar- und Windkraftanlagen dürfen insgesamt nicht mehr als je 2500 Megawatt liefern. Werden zum Beispiel mehr Windräder gebaut, die dann mehr Strom produzieren, gibt es für die weniger Geld. Ausnahme: Ältere Anlagen können am selben Standort durch leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden, ohne unter die Deckelung zu fallen. Deckelungen sind auch für Offshore-Windparks und für Strom aus Biomasse vorgesehen. Neu ist eine Art "Energie-Soli". Wer in Zukunft damit beginnt, seinen eigenen Strom zu produzieren und zu verbrauchen, zahlt dann eine Mindestabgabe. Bislang waren Eigenstromversorger von der EEG-Umlage befreit. Dadurch ergab sich für Privathaushalte eine höhere Belastung, weil viele Unternehmen wegen der hohen Preise ihren Strom selbst erzeugen. Ausgenommen bleiben kleine Solaranlagen bis 10 Kilowatt auf dem Hausdach."

Welche Wirkung die EEG-Reform für die Entwicklung des Ökostroms und den Strompreis haben wird, ist allerdings (nicht nur, aber auch wegen der Ausnahmen) schwer abzuschätzen. Dazu schreibt "tagesschau.de": "Die Prognose für 2015 geht von einer Umlage zwischen 5,85 und 6,86 Cent pro Kilowattstunde aus. Ein Cent Differenz klingt nach nicht viel, kann aber bei hohem Stromverbrauch einen gewaltigen Unterschied ausmachen."


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