Sie sind hier: SWW Wadern 
Inhaltsbereich

Wassersparen kann "kontraproduktiv" sein

Vielleicht haben Sie für die Sommerferien eine Urlaubsreise in südliche Länder gebucht.

Anders als bei uns, ist sauberes Trinkwasser rund ums Mittelmeer knapp; daher finden Sie in den Urlaubshotels Hinweise zum sparsamen Umgang damit.

Selbstverständlich ist ein vernünftiger Verbrauch von Wasser auch bei uns nicht verkehrt, obwohl wir jederzeit über viel sauberes Wasser aus der Leitung verfügen. Sie sollten Kindern ein Vorbild sein! Denn Trinkwasser ist ein sehr wertvolles Lebensmittel, das man ebenso wie Brot oder andere Nahrung nicht achtlos verschwenden sollte. Ohne sauberes Wasser kann kein Mensch überleben. Deshalb haben die Vereinten Nationen das Recht auf sauberes Wasser ja sogar in den Katalog der Menschenrechte aufgenommen!

Tipps zum vernünftigen Umgang mit Wasser kennen Sie sicher. Insbesondere warmes Wasser sollte man möglichst wenig verbrauchen, denn für das Erwärmen wird Energie benötigt. Daher die Ratschläge: Öfter duschen statt baden, fürs Zähneputzen einen Becher benutzen, statt den Wasserhahn laufen zu lassen usw. Auch technische Hilfsmittel kommen in Frage. Der Warmwasserverbrauch lässt sich durch einen so genannten Niederdruck-Brausekopf in der Dusche reduzieren; Einhandhebelmischer in Küche und Bad, stellen schneller die Temperatur ein, ohne dass unnötig (Warm-) Wasser fließt. Nicht zu vergessen ist die Spülstopptaste oder Spartaste, um den Wasserverbrauch in der Toilette zu senken.

Es gilt jedoch der alte Spruch: Nur nichts übertreiben! Vor Kurzem gingen Meldungen durch die Medien, dass wegen der anhaltenden Trockenheit und zu geringer Abwassermenge Kanäle gespült werden mussten, damit Fäkalien abfließen konnten. Denn Abwasserleitungen und Kläranlagen benötigen eine bestimmte Wassermenge, um ihren Zweck zu erfüllen.

Als umweltbewusster Verbraucher können Sie also durchaus Fehler mit sparsamen Haushaltsgeräten machen und unter Umständen die erwarteten positiven Effekte verfehlen oder sogar ins Gegenteil umkehren - schließlich muss zum Spülen von Abwasserkanälen auch Wasser und Energie eingesetzt werden. Gut gemeintes Wassersparen kann also durchaus "kontraproduktiv" sein.

Dazu passen Hinweise, dass Waschmaschinen mindesten alle zwei Wochen im 60°-Programm laufen sollten. Denn bei ausschließlich niedrigen Temperaturen könnten sich im Inneren Keime vermehren. Bei ausschließlich niedrigem Wasserverbrauch drohen außerdem Ablagerungen und Verstopfungen. Diese können zu vorzeitigem Verschleiß und Austausch gegen ein neues Gerät führen, zu dessen Produktion wiederum Energie und Wasser nötig sind. Dann ist die Umweltbilanz schlechter als beabsichtigt. Ähnlich verhält es sich mit Spülmaschinen. Wer überwiegend mit Kurzprogrammen bei 40° bis 45° C spült, kann sich eine verfettete und stinkende Maschine einhandeln. Die Folge ist: Manches Geschirrteil wird  möglicherweise ein zweites Mal gespült - mit erneutem Energie- und Wassereinsatz.


Rechter Inhaltsbereich