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Achten Sie auf vernünftigen Wasserkonsum

Nach Schätzungen werden Mitte des 21. Jahrhunderts mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung in Gebieten mit Wasserknappheit leben. Trinkwasser ist wertvoll. Wir haben viel davon, sollten aber nicht verschwenderisch damit umgehen, und Kinder zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit diesem unserem wichtigsten Lebensmittel erziehen. Es ergibt sich allerdings die paradoxe Situation, dass es bei uns sogar Nachteile haben kann, mit Wasser allzu knauserig zu sein. Denn unsere Kanäle benötigen eine gewisse Abwassermenge, damit Feststoffe transportiert werden. Wenn das nicht funktioniert, muss mit Wasser nachgespült werden.

Andererseits wird für unseren Konsum anderenorts Wasser verbraucht. In diesem Zusammenhang ist vom "Wasserfußabdruck" und vom "virtuellen Wasser" die Rede. Wir beziehen uns auf einen Artikel in der Tageszeitung "Die Welt" vom 4. Januar, welcher auf Angaben des Umweltbundesamtes fußt (www.welt.de/wissenschaft/article135987445/Pro-Tag-Verbrauch-26-Badewannen-Wasser.html. 2013).

Danach betrug der gesamte Wasserfußabdruck Deutschlands etwa 117 Milliarden Kubikmeter Wasser, mehr als der zweieinhalbfache Inhalt des Bodensees. 3900 Liter Wasser verbraucht jeder Deutsche jeden Tag - fast 26 Badewannen Wasser. Sie denken vielleicht: Ich aber nicht! Diese Menge wird tatsächlich nur zu einem geringen Teil im Haushalt verwendet. Der größte Teil steckt in landwirtschaftlichen Gütern und anderen Produkten, die zum großen Teil aus Ländern kommen, wo Wasser knapp ist und die Ökosysteme empfindlich sind. Beispielsweise stammten 2013 rund 180.000 Tonnen Tomaten aus Südspanien, wo die Felder aufwendig bewässert werden und mit hohen Kosten Meerwasser entsalzt wird.

Der genannte Artikel macht auch auf einen anderen Zusammenhang aufmerksam: Aus dem Bergbau in Südafrika, wo viel Wasser eingesetzt wird, wurden 2012 rund 5,5 Millionen Tonnen Steinkohle, Metalle und Erze nach Deutschland geliefert. Verschmutztes Grubenwasser ist in Südafrika ein großes Problem. Ebenso verursachte die Produktion von Kleidung aus dem Ausland häufig enorme Umweltschäden. "Die Weltbank geht davon aus, dass das Färben von Textilien und deren Behandlung weltweit rund 20 Prozent der industriellen Wasserverschmutzung verursachen", schreibt die Welt.

Zu unserer Lebenswelt gehören der Handel und der Konsum von Waren aus aller Welt. Und daran ist ja auch nicht alles schlecht. Als Verbraucher kann man aber nachhaltige Produkte kaufen und auf solche, die viel Wasser benötigen und die Umwelt schädigen, verzichten. Inzwischen werden Forderungen nach entsprechenden Kennzeichnungen laut. Die Welt schließt jedoch wie folgt: "Als Faustregeln für einen Beitrag zur Verringerung des Wasserfußabdrucks empfiehlt das Umweltbundesamt: weniger Lebensmittel wegwerfen, Textilien länger nutzen und in der Küche auf regionale, saisonale und ökologisch produzierte Lebensmittel setzen."


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