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Wie die Zeiten sich ändern

Die Älteren unter uns erinnern sich noch an Serien im Vorabendprogramm wie "Percy Stuart" oder "Immer wenn er Pillen nahm".

In den Werbespots dazwischen spazierte der Bärenmarkebär über saftige Almen und verliebte Pärchen küssten sich, denn "Strahler Küsse schmecken besser". Und manchmal kam auch ein Werbesport im Fernseher mit einem, der urlaubsreif und abflugbereit am Flughafen erschrickt, weil ihm einfällt, dass er in seiner Wohnung das Licht hat brennen lassen. Er stürzt in ein Taxi, fährt nach Hause, knipst das Licht aus, fährt zurück zum Flughafen, und dann fragt eine Stimme aus dem Off: "Wissen Sie, was das kostet?" Die indirekte Botschaft lautete: Die Taxifahrt war viel teurer als der Strom, der in zwei Wochen Urlaub verbraucht worden wäre.

Solche Spots haben ausgedient. Dies zeigt: Die öffentliche Meinung wandelt sich. Der besorgte Urlauber, der damals ausgelacht wurde, erntet heute durchaus Verständnis, auch wenn er nicht so richtig sympathisch ist.

Blicken wir kurz zurück: Nach dem Krieg und der "schlechten Zeit" danach schufteten die Leute fleißig und waren sparsam, um Ihren Familien eine Existenz und Wohlstand aufzubauen. Selbst als es in den Wirtschaftswunderjahren der späten 1950er Jahre hießt "Wir sind wieder wer!" (an der Saar vielleicht etwas später als in der übrigen Bundesrepublik), galt der Spruch: "Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert."

In den späten 1960er Jahren trat eine aufmüpfige Jugend gegen die "spießigen" Ansichten Ihrer Eltern auf. Doch selbst die "Hippies" (um ein Extrem zu betrachten) von damals waren weniger konsumkritisch, als sie selber vorgaben. In dieser Zeit fanden es die jungen Leute "in" ("cool" sagte man damals noch nicht) sich mitten in der Stadt vermittelt "Strahler 70" hemmungslos zu küssen, aber die Aufforderung der ("spießig"-sparsamen) Eltern, das Licht auszuschalten, quittierten sie wohl eher mit Trotz und Hohn. 

Wieder etwa zehn Jahre kamen Themen auf wie Umwelt- und Naturschutz und Verantwortung für die nachfolgenden Generationen. Diese setzten sich allmählich in der öffentlichen Meinung fest bis hin zum Klimaschutz unserer Tage. Man mag darüber streiten, was den Gesinnungswandel mehr beeinflusst: Der Einfluss der jeweils Älteren, die Erkenntnisse der Wissenschaften, die Berichte der Medien oder die Kosten. Jedenfalls verbrauchen unsere Autos heute erheblich weniger (von dem erheblich teureren) Treibstoff als in den 50er und 60er Jahren (dafür laufen erheblich mehr davon auf unseren Straßen). Und erheblich weniger (von dem erheblich teureren) Strom verbrauchen unsere modernen Lampen und die (erheblich zahlreicheren) Elektrogeräte.

Wie dem auch sei. Wenn es den erwähnten Stromspot im Vorabendprogramm heute noch gäbe, bekäme er einen ganz anderen Text. Denn über den besorgten Lichtausschalter würde sich keiner mehr so leicht lustig machen wie früher. Und viele der altbacken oder "spießig" anmutenden Empfehlungen von einst, sind heute topaktuell.

Beispiele gefällig? Bitte sehr: Nutzen Sie das Tageslicht! Schalten Sie das Licht aus, auch wenn Sie einen Raum für ein paar Minuten verlassen! Bauen Sie eine Abschaltautomatik oder Bewegungsmelder für Flure und Außenbereiche ein! (Bitte fahren Sie selber fort...).


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