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Ab 1. Mai: Neue Regelungen beim Energieausweis

Die Abkürzung EnEV 2014 steht für die Energieeinsparverordnung, die in Deutschland ab dem 01.05.2014 gilt.

Eine Novellierung erfolgte, weil die Europäische Union neue Richtlinien erlassen hatte. Einige der Änderungen haben wir Ihnen bereits vorgestellt. Weitere betreffen die Energieausweise. Jetzt gilt: Wer ein Haus oder eine Wohnung verkaufen oder vermieten möchte, muss den Interessenten einen Energieausweis vorlegen. Kommt es zum Vertragsabschluss, muss er ihn auch aushändigen (bei Vermietungen reicht ein aktuelles Duplikat). Bisher musste ein Energieausweis lediglich dann vorgelegt werden, wenn es die Interessenten ausdrücklich verlangten.

Jetzt muss er bereits bei der Besichtigung des Kauf- oder Mietobjekts gezeigt werden. Auch in Immobilienanzeigen (in der Presse oder im Internet) müssen energetische Kennwerte kenntlich gemacht werden. Diese Regelung betrifft aber nur neue Energieausweise für Wohngebäude, die nach dem Inkrafttreten der Neuregelung ausgestellt wurden. Liegt für das zum Verkauf oder zur Vermietung stehende Wohngebäude ein gültiger Energieausweis nach bisherigem Recht vor, besteht keine Angabepflicht in Immobilienanzeigen. Darüber hinaus müssen neben Gebäuden mit behördlicher Nutzung (neuerdings sogar bei kleinerer Nutzfläche als bisher) nun auch andere Gebäude mit starkem Publikumsverkehr einen Energieausweis öffentlich sichtbar aushängen. Dies betrifft unter anderem größere Läden, Hotels, Kaufhäuser, Restaurants, Banken usw..

Bekanntlich wird unterschieden wird zwischen Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis. Wahlfreiheit besteht weiterhin für Wohngebäude mit mehr als vier Wohneinheiten unabhängig von deren Baujahr sowie für Wohngebäude mit bis zu vier Wohneinheiten, für die ein Bauantrag nach dem 01.11.1977 gestellt wurde. Ein Bedarfsausweis, bei dem der Energiebedarf nach den technischen Gegebenheiten des betreffenden Gebäudes errechnet wird, ist Pflicht für alle Gebäude mit Bauantrag vor 01.11.1977. Eine Ausnahme gilt für Gebäude aus dieser Zeit, die schon bei der Baufertigstellung den energetischen Stand der ersten Wärmeschutzverordnung vom 11.08.1977 aufwiesen oder durch Modernisierung auf diesen Stand gebracht wurden (Prüfung durch einen Energieberater). In diesen Fällen besteht ebenfalls Wahlfreiheit. Der verbrauchsorientierten Energieausweis reicht hingegen aus bei neueren Gebäuden (Baujahr 1978 und jünger) und bei Wohngebäuden mit fünf Wohneinheiten und mehr. Für ihn genügt in der Regel die Heizkostenabrechnung als Berechnungsgrundlage. Nichtwohngebäude benötigen immer nur einen verbrauchsorientierten Energieausweis, sofern neben dem Heizwärmeverbrauch auch der Stromverbrauch aus den gleichen Abrechnungszeiten vorliegt.


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