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Novellierte EnergieEinsparVerordnung (EnEV) ab 1. Mai

Der Klimaschutz beruht nach wie vor weitgehend auf freiwilligem Entschluss.

Aber Privatsache ist das Thema schon lange nicht mehr. In der Öffentlichkeit wird diskutiert, Experten und engagierte Bürger äußern sich. Die Politik hat den Umweltschutz seit vielen Jahren auf ihrer Tagesordnung. Wenn Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz ergriffen werden, ist es meistens nicht damit getan, dass eine Verordnung erlassen wird, sondern diese wird im Laufe der Zeit verändert bzw. neuen Erfordernissen angepasst - mit Auswirkungen bis in den Privatbereich der Bürger. So verhält es sich auch mit der EnergieEinsparVerordnung (EnEV). Das erstaunt mitunter Bauherren, die neu bauen oder ein bestehendes Gebäude umbauen wollen und dann zum ersten Mal mit der EnEV konfrontiert werden. Diese regelt die energetischen Anforderungen an Neubauten und Sanierungen von Gebäuden. Im Neubaubereich geht es um Anforderungen an die Energieeffizienz des gesamten Gebäudes - oft beschrieben mit "schwer verdaulichen" Fachbegriffen, hier insbesondere: "Primärenergiebedarf QP" und "Transmissionswärmeverlust HT". Bei Sanierungen müssen oftmals direkt Anforderungen der zu sanierenden Bauteile eingehalten werden. Hier spricht man von so genannten U-Werten.

Jetzt wurden die bestehenden Gesetze verschärft; die Novellierung tritt am 1. Mai in Kraft. Hintergrund ist: Die Mitgliedsländer der Europäischen Union müssen ihre nationalen Regeln an die neue EU-Richtlinie für energieeffiziente Gebäude 2010 anpassen. Im Folgenden sind die wichtigsten Änderungen bzw. Vorgaben aufgezählt. Für Neubauten gilt: Die Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz (Primärenergiebedarf QP und Transmissionswärmeverlust HT) werden schrittweise um durchschnittlich 25 % des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs und um durchschnittlich 20 % bei der Wärmedämmung der Gebäudehülle angehoben. Darin sieht der Gesetzgeber einen wichtigen Zwischenschritt hin zum EU-Niedrigstenergiegebäudestandard, der spätestens ab 2021 gilt. Das bedeutet: Ab 2021 müssen nach europäischen Vorgaben alle Neubauten im Niedrigstenergiegebäudestandard errichtet werden; Behördenneubauten sogar bereits ab 2019. Zurzeit wird noch an diesen Neuregelungen gearbeitet, um sie in Gesetzesform zu bringen.

Bei der Sanierung bestehender Gebäude ist ab 1. Mai keine Verschärfung vorgesehen. Denn die Anforderungen bei der Modernisierung der Außenbauteile sind bereits sehr anspruchsvoll, so dass das zu erwartende Energieeinsparpotenzial bei einer zusätzlichen Verschärfung im Vergleich zur EnEV 2009 nur gering wäre. Dennoch müssen Hausbesitzer Acht geben. Die Austauschpflicht alter Heizkessel wurde verschärft. In der EnEV 2009 waren lediglich Heizkessel von vor 1978 von der Erneuerung betroffen. Gemäß der Novellierung müssen nun bereits Kessel, die älter als Baujahr 1985 bzw. älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden. Viele selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser sind jedoch von dieser Pflicht ausgenommen, sofern kein Eigentümerwechsel nach dem 1. Februar 2002 stattfand. Im Fall eines Eigentümerwechsels ist die Pflicht jedoch innerhalb von zwei Jahren zu erfüllen.
Im Zuge der EnEV 2014 gibt es auch Änderungen bezüglich des Energieausweises.

Darüber informieren wir Sie demnächst.


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