Sie sind hier: SWW Wadern 
Inhaltsbereich

Die Fastenzeit ist ein Anlass für gute Übungen

Wie sieht es aus? Merken Sie schon, dass die Hose und der Rock besser sitzen? Oder ist aus den guten Vorsätzen wieder nichts geworden?

Nun ja, wer beispielsweise in der Fastenzeit auf bestimmte Speisen, Süßigkeiten oder Alkohol verzichtet, braucht einen langen Atem. Viele haben sicherlich schon die Erfahrung gemacht, dass man ein Kilo zu viel schneller drauf, als wieder runter hat. Geduld und Ausdauer oder Beharrlichkeit sind nötig. Am besten ist es sogar, das bestätigen viele Fachleute, wenn Gewohnheiten geändert werden. Dann stellen sich positive Effekte zwar nicht von heute auf morgen, aber auf längere Sicht ein. Vor allem sind solche geänderten Gewohnheiten relativ stabil, d. h. sie werden nicht so schnell über Bord geworfen wie gute Vorsätze.
Fasten hat heutzutage aber auch noch ganz andere Aspekte - bis hin zur Aktion Autofasten der Kirchen. Zurückhaltung, Verzicht, Vermeiden von Verschwendung kann für die unterschiedlichsten Lebensbereiche relevant sein: keine unnötigen Fahrten mit dem Auto machen, Sprit sparend fahren, überhaupt mit Energie sorgsam umgehen, also Strom, Heizenergie, Treibstoff bewusst einsetzen. Achtsamkeit verdienen gewiss auch unser gutes Trink- und Grundwasser und alle anderen Lebensmittel.
Vor allem anderen kommt es darauf an, vernünftige Verhaltensänderungen in seinen Alltag einzubauen. Das hat mit dem zu tun, was das Wort Askese, das wir heute meistens nur mit Verzicht in Verbindung bringen, ursprünglich bedeutet. Die alten Griechen und die philosophische Tradition der Stoiker verstanden unter askesis so viel wie Übung; heute würde man Training sagen. Ein asketischer Umgang mit seiner Umwelt, seinen eigenen Kräften, Wünschen, Vorlieben, auch den Schwächen und Stärken kann bedeuten: Lebe sorgsam! Achte darauf, daßs nichts übertrieben und nichts vernachlässigt wird. Entwickle ein Gespür dafür, was gut und richtig ist und was dir selber gut tut. Mach Dir klar, was für Dich und die Menschen, mit denen Du zu tun hast, wichtig ist. Und dann übe oder trainiere ein solches Verhalten in deinem Alltag, ändere, was schlecht ist, befördere, was Du bisher vernachlässigt hast.
In diesem Sinne könnten Sie die Fastenzeit zum Anlass nehmen, darüber nachzudenken, wie ihr Alltag aussieht, wie Sie mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Energie umgehen. Führen Sie sich doch einmal vor Augen, wie man uns vor ein paar Jahren intensiv aufforderte, Verpackungen zu sparen, und was daraus geworden ist. Damals gingen einige von uns mit Behältnissen zum Metzger, um Folienverpackungen und Tüten zu sparen. Heute scheint das vergessen; Nachfüllpackungen sind wieder seltener geworden, reichlich verpacktes Fastfood ist Alltag usw. Nicht ohne Grund wird seitens der EU ein Verbot von Kunststofftüten überlegt! Es gilt wie so oft: Sie haben selbst viele Möglichkeiten zu vernünftiger Askese im beschriebenen Sinne - und das ohne großartige Maßnahmen zu ergreifen oder sich arg zu quälen.


Rechter Inhaltsbereich